EU-Kommission : Überteuertes Wasser vor Abflug soll verschwinden

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EU-Kommission Überteuertes Wasser vor Abflug soll verschwinden

Der Preis für eine Wasserflasche steigt nach der Sicherheitskontrolle am Flughafen oft markant an. Das will die EU-Kommission nun ändern.

von
dv

Wer am Flughafen durch die Sicherheitskontrolle will, muss seine Wasserflasche kurz davor austrinken oder ausschütten. Denn Wasser ist nicht erlaubt, genauso wenig wie andere Flüssigkeiten in Behältern von mehr als 100 Millilitern. Kaum hat man den Sicherheits-Check hinter sich gebracht, werden einem dann jedoch wieder Wasserflaschen angeboten – zu deutlich höheren Preisen. Das ist nicht tragbar, findet die EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc. Sie will alle Flughäfen in Europa dazu bringen, direkt nach der Sicherheitskontrolle gut sichtbar Wasserflaschen für einen Euro anzubieten.

«Wir sind in intensiven Gesprächen mit der Flughafenvereinigung darüber, wie man es ändern kann, dass Wasser nach der Sicherheitskontrolle für Passagiere erheblich teurer ist als davor», sagte Bulc der Deutschen Zeitung «Welt am Sonntag». Inzwischen hätten sich 126 Flughäfen in Europa dazu bereit erklärt, direkt nach der Sicherheitskontrolle Wasserflaschen für einen Euro anzubieten. Sie reagierten damit auf eine Empfehlung des europäischen Flughafendachverbandes ACI. Dieser forderte seine Mitglieder diesen Sommer nach Absprache mit der EU-Kommission dazu auf, nicht nur günstiges Wasser im Angebot zu haben, sondern die Fluggäste auch offensiv darauf hinweisen.

In Zürich müssen die Passagiere spenden

Wer am Flughafen Zürich in den Kiosk-Filialen nach Wasser sucht, findet die ok.-Halbliterflasche für 1.50 Franken. Sie kostet sowohl vor als auch nach der Sicherheitskontrolle gleich viel. Doch wird auf das Angebot nicht extra hingewiesen, wie dies der europäische Flughafendachverband ACI empfiehlt. Angepriesen wird dagegen das Zurich Airport Wasser im Duty Free Shop. Die Halbliterflasche kostet mit 2.50 Franken immerhin zwei Drittel mehr als die günstigere Alternative. Jedoch werden 50 Rappen pro Flasche an den Verein Smiling Gecko gespendet, der armen Menschen in Kambodscha hilft. Für Sonja Zöchling, Sprecherin des Flughafens Zürich, reicht dieses Angebot. Sie hält die Initiative am grössten Schweizer Flughafen nicht für nötig.

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