Überwachungs-Chips für japanische Schüler
Aktualisiert

Überwachungs-Chips für japanische Schüler

Schöne neue Welt in Japan: Dort hat die elektronische Überwachung von Schülern begonnen. Der Konzern Fujitsu rüstete am Montag 40 Schüler der privaten Rikkyo-Grundschule mit einem Computer-Chip aus.

Dies berichtete die Zeitung «Asahi Shimbun» am Dienstag. Die Chips versenden dem Artikel zufolge Nachrichten direkt auf die Mobiltelefone der Eltern. Die wissen künftig immer genau Bescheid, wann ihre lieben Kleinen das Schulgelände in Tokio verlassen. Die Schule will dem Bericht zufolge bis April alle ihre 717 Schüler mit dem System ausstatten.

Schon Anfang des Monats rüstete die öffentliche Grundschule der Stadt Iwamura, etwa 275 Kilometer westlich der Hauptstadt, einen Teil ihrer Schüler mit ähnlichen Chips aus: 72 der 334 Schüler senden seit Anfang September über eine kleine Antenne ein Radiosignal zu Empfängern an den Schultoren. Die meisten trügen die Sender am Ranzen, erläutert der Lehrer Ichiro Ishihara. Via Computer lasse sich somit feststellen, wann ein Schüler die Schule verlässt oder betritt. «Die Kids lieben es - sie halten es für cool», sagt Ishihara und ergänzt: «Mehr als 70 Prozent der Eltern unterstützten den Test».

Zwar sind in Japan Gewaltverbrechen wie Mord, Körperverletzung und Raub noch immer relativ selten. Aber im Zuge der anhaltenden Wirtschaftskrise haben kleinere Straftaten und die wachsende Kriminalität unter Jugendlichen die Verbrechensstatistik auf neue Rekordhöhen getrieben. Einer aktuellen Umfrage zufolge glauben mehr als die Hälfte der Japaner, ihr Land sei unsicherer geworden. (dapd)

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