Verunglückter Schweizer (25) – Überwachungskamera zeigt Bilder kurz vor dem Minibus-Unfall in Costa Rica
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Verunglückter Schweizer (25)Überwachungskamera zeigt Bilder kurz vor dem Minibus-Unfall in Costa Rica

Bei einem tragischen Unglück in Costa Rica kamen vier Personen ums Leben – darunter der 25-jährige Schweizer Valentin F. Eine Stunde vor der Tragödie verabschiedete er sich herzlich von seiner Gastgeberin in Monteverde.

von
Karin Leuthold

In Costa Rica kollidierte ein Minibus mit einem Lieferwagen. Unter den Todesopfern befindet sich der 25-jährige Schweizer Valentin F. Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie er sich eine Stunde vor der Tragödie von seiner Gastgeberin verabschiedet.

(Video: 20Minuten/Noticias Monteverde)

Darum gehts

  • Valentin F. kam bei einem tragischen Verkehrsunfall in Costa Rica ums Leben.

  • Der Schweizer reiste in einem Kleinbus, der bei einem Überholmanöver in eine Böschung landete.

  • Für die Rettungsarbeiten musste die Feuerwehr spezielle Geräte kommen lassen.

Am Freitag um 8 Uhr morgens holte ein Minibus den Schweizer Valentin F. von seinem Hotel in der Ortschaft Monteverde in Costa Rica ab. Bilder einer Überwachungskamera, die das Portal «Noticias Monteverde» veröffentlichte, zeigen, wie sich Valentin F. herzlich von seiner Gastgeberin vor dem Hoteleingang verabschiedet. Dann nimmt der 25-jährige Schweizer seinen Rucksack und seine Reisetasche und steigt in den Bus. Der 60-jährige Buschauffeur, Rafael Artavia Solís, hilft dem jungen Schweizer mit seinem Gepäck.

Gemeinsam mit Valentin F. reisten drei Frauen aus den USA. Die Frauengruppe wollte am Samstag vom Flughafen in San José de Costa Rica zurück in ihr Heimatland reisen. Doch eine Stunde später kam es zu einem fatalen Verkehrsunfall: Valentin F. und zwei der US-Touristinnen sowie der Lenker des Kleinbusses kamen ums Leben, eine der US-Amerikanerinnen befindet sich im Spital Monseñor Sanabria in Puntarenas.

Überholmanöver, wo es nicht erlaubt war

Der Bus habe nach ersten Erkenntnissen auf der Hauptstrasse bei Montes de Oro einen Lastwagen überholen wollen - an einer Stelle, an der dies nicht erlaubt sei, wie der Polizist Juan Mora gegenüber dem Nachrichtenportal «La Teja» bekanntgab. Beim Überholen touchierte der Bus den Laster, beide Fahrer verloren in der Folge die Kontrolle über ihre Fahrzeuge und stürzten einen Abhang hinunter. Der Bus prallte mit voller Wucht in einen Baum, gleichzeitig löste sich ein Teil der Last des LKWs - 32 Tonnen Zucker - und zerdrückte den Kleinbus, in dem die ausländischen Touristen reisten.

Mehrere Personen, die sich in der Nähe befanden, eilten sofort zur Hilfe, doch das Gewicht war so schwer, dass es ihnen unmöglich war, die Verunfallten herauszuholen. Sogar die Feuerwehr musste schwere Maschinen und hydraulische Ausrüstung kommen lassen, um die Opfer zu befreien. Die Rettungsarbeiten dauerten nach Angaben des Feuerwehrleiters etwa sechs Stunden. Das Rettungsteam brauchte zwei weitere, um die Leichen zu bergen.

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Ein Blick auf den Minibus macht die Wucht der Kollision deutlich.

Ein Blick auf den Minibus macht die Wucht der Kollision deutlich.

Facebook/Diario 5 Atenas
Der Kleinbus kollidierte am 7. Januar 2022 mit einem Lastwagen bei Miramar de Montes de Oro in Costa Rica.

Der Kleinbus kollidierte am 7. Januar 2022 mit einem Lastwagen bei Miramar de Montes de Oro in Costa Rica.

AFP
Beide Lenker verloren die Kontrolle über ihre Fahrzeuge.

Beide Lenker verloren die Kontrolle über ihre Fahrzeuge.

AFP

Für den LKW war es der erste fatale Unfall

Die einzige aus der Touristengruppe, die den Unfall überlebte, Leslie Wilson aus Oregon, ist ausser Lebensgefahr und ansprechbar. Sie trauert um ihre Freundinnen May Lin Johnson, 49 Jahre alt, und die 45-jährige Lisa Renee Anderson. Wilson liegt mit einer schweren Kopfverletzung im Spital. Die Namen ihrer Freundinnen hat sie vergessen. Vom Unfall erinnert sich die 54-Jährige nur, dass «alles sehr schnell ging, es dauerte kaum ein paar Sekunden».

Der Chauffeur des Lastwagens kam mit dem Schrecken und ein paar wenige Blessuren davon. «Als der Kleinbus sich vor mir positionieren wollte, touchierte er mit der Seite meinen vorderen linken Reifen. Wir verloren dabei beide die Kontrolle. Der Bus begann sich vor mir zu drehen und fuhr schliesslich gegen einen Baum», erzählt José Hérnandez Ramirez einem Reporter von «La Teja». Der LKW-Fahrer habe noch versucht zu bremsen, aber «es ging nur einen kurzen Augenblick», dann sei auch er in der Böschung gelandet. Seine Ladung fiel auf den Bus. Ramirez steht unter Schock: Er arbeitet seit sechs Jahren als Lastwagenfahrer, das war sein erster Unfall.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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