09.11.2020 11:06

Klassisches FernsehenNetflix macht plötzlich lineares TV –überwältigt dich die grosse Auswahl?

Einfach nur Fernsehen, ohne sich für eine Sendung entscheiden zu müssen: Weil sich viele Netflix-Nutzer von der grossen Film- und Serien-Auswahl erschlagen fühlen, lanciert der Streaming-Anbieter einen herkömmlichen TV-Sender.

von
Fabian Pöschl
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Netflix kopiert mit Netflix Direct die klassischen TV-Sender.

Netflix kopiert mit Netflix Direct die klassischen TV-Sender.

imago images/Hans Lucas
Netflix Direct zeigt 24 Stunden am Tag Filme und Serien.

Netflix Direct zeigt 24 Stunden am Tag Filme und Serien.

REUTERS
Abonnenten sehen via Browser lineares Fernsehen.

Abonnenten sehen via Browser lineares Fernsehen.

imago images/Depo Photos

Darum gehts

  • Netflix räumt ein, dass die Nutzer vom Angebot von Filmen und Serien überfordert sind.

  • In Frankreich lanciert der Streaming-Anbieter deshalb versuchsweise einen TV-Sender.

  • Netflix Direct zeigt 24 Stunden am Stück Filme und Serien aus Frankreich und dem Rest der Welt.

Das Angebot von Streaming-Portalen wie Netflix & Co. ist riesig. Manch ein Nutzer sieht sich von der schier unendlichen Auswahl an Filmen und Serien erschlagen. Netflix räumt ein, dass die enorme Auswahl die Leute überfordert, und kopiert nun klassische TV-Sender.

In Frankreich testet der Streaming-Anbieter erstmals den TV-Sender Netflix Direct, damit sich die Nutzer nicht mehr entscheiden müssen: Abonnenten sehen via Browser lineares Fernsehen, das 24 Stunden am Stück französische, europäische und internationale Shows und Filme zeigt, wie die «Welt» berichtet.

Netflix begründete den Start des Senders damit, dass traditionelles Fernsehen in Frankreich nach wie vor sehr beliebt sei bei Menschen, die sich einfach zurücklehnen wollten, ohne sich für eine Sendung entscheiden zu müssen. Ob der Netflix-Sender auch in der Schweiz und in weiteren Ländern eingeführt wird, ist bisher noch nicht bekannt.

Netflix laufen die Kunden in Scharen davon

Der neue Netflix-Film «Cuties» sorgt für heftige Reaktionen. Der preisgekrönte französische Tanzfilm soll die problematische Sexualisierung von jungen Mädchen in der Popkultur aufzeigen. Doch Kritiker werfen dem Film vor, das zu zeigen, was er kritisiert: 11-jährige Mädchen in sexualisierten Posen. Politiker und Social-Media-Nutzer beschuldigen Netflix der Kinderpornografie. Bereits im Vorfeld des Films trendete deshalb das Hashtag #CancelNetflix auf Twitter. Nach der Veröffentlichung von «Cuties» im September stiegen die Kündigungen der Netflix-Abos um 800 Prozent. Die Auswertung von zwei Analysefirmen ergab, dass die Abokündigungswelle bei Netflix bedeutend anstieg, kurz nachdem die Boykott-Aktion startete, wie die britische «Daily Mail» schreibt. So verlor Netflix nach Veröffentlichung des Streifens fünfmal so viele Abonnenten wie im Vormonat.

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129 Kommentare
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Schwund beim Bund

09.11.2020, 14:51

Staatliches SRF Betroffenheitsfernsehen ist eben aufgeflogen. Das Selbe gilt für die Swisscom.

Ägerlich

09.11.2020, 14:46

Was besser wäre, wenn ich wirklich auf alles Zugriff hätte bei Netflix. Momentan wird ja nur angezeigt was in meiner Sprache angeboten wird. Wenn ich von Deutsch auf Englisch wechsle, wird das Angebot auf einmal 5x grösser. Filme und Serien werden auch nicht angezeigt wenn ich danach Suche, nur weil die Sprache nicht gegeben ist.

Dani

09.11.2020, 14:33

Ich find es auch nicht schlimm dass sich 8mal so viele Abonehmer wegen einem Film verabschieden. Auf solche Pilze kann jeder Betrieb verzichten. Ein breites Programmspektrum heisst eben auch Filme zu haben die unangenehme Themen haben. Ist ja niemand gezwungen diese anzusehen. Netflix ist eine wahre Bereicherung und lieber ich habe Auswahl zu viele Sendungen, als muss mir den langweiligen Pfusch vom staatlichen Fernsehen antun.