Nach Vorwürfen: Uefa-Anzeige gegen zyprischen Funktionär
Aktualisiert

Nach VorwürfenUefa-Anzeige gegen zyprischen Funktionär

Der europäische Fussballverband geht gegen Spyros Marangos gerichtlich vor. Der Zypriote warf der Uefa Bestechlichkeit bei der Vergabe der EM 2012 vor.

von
heg / si
Spyros Marangos greift die Uefa hart an. (Bild: Keystone)

Spyros Marangos greift die Uefa hart an. (Bild: Keystone)

Nach seinen Anschuldigungen gab die Uefa dem zyprischen Funktionär 48 Stunden Zeit, Beweise auf den Tisch zu legen. Dieses Ultimatum liess Marangos verstreichen und hat nun die Quittung dafür auf dem Tisch. «Die Uefa war zu rechtlichen Schritten gezwungen, um herauszufinden, ob die Vorwürfe von Marangos gerechtfertigt sind und es auch konkrete Beweise dafür gibt», hiess es in einer Pressemitteilung.

Man habe beim zuständigen Schweizer Strafgericht eine Rechtsbeschwerde gegen Marangos eingelegt und sich ausserdem an den Generalstaatsanwalt von Zypern gewandt. Der zyprische Funktionär erklärte zuvor, er vertraue der Uefa nicht und wolle dem Verband keine Beweise per Post zusenden. Er sei aber bereit, Belege seiner Anschuldigungen in Zypern vorzulegen.

Korruption in Höhe von elf Millionen Euro?

Marangos ist angeblich im Besitz von Beweisen, die einen Verkauf des EM-Turniers 2012 an die Ukraine und Polen durch Exekutivmitglieder der UEFA belegen sollen. Der zyprische Funktionär behauptet, er habe mehrere Zeugen dafür, wie in einer zyprischen Anwaltskanzlei Korruptionsgeschäfte abgewickelt worden seien, die fünf hohe Uefa-Funktionäre betroffen und eine Gesamtsumme von elf Millionen Euro umfasst hätten.

Affäre weitet sich aus

Nachdem der zyprische Funktionär die Lawine vor einer Woche losgetreten hat, schaltet sich nun auch ein staatliches Organ ein. Die rumänische Antikorruptionsbehörde DNA ermittelt gegen Mircea Sandu, den Präsidenten des nationalen Fussballverbandes FRF. Sandu steht unter Verdacht, seine Stimme bei der Vergabe für zwei Millionen Euro verkauft zu haben. «Wir ermitteln aufgrund von Korruptionsvorwürfen gegen Mitglieder des Uefa-Exekutivkomitees, die die zwei Austragungsländer bevorzugt haben könnten», teilte die Behörde mit.

Sandu weist Vorwürfe zurück

Sandu wies alle Vorwürfe zurück und will nun wie die Uefa den ehemaligen Finanzchef des zyprischen Fussballverbands, Spyros Marangos, verklagen. «Es gibt keinen Beweis dafür, dass irgendein Uefa-Funktionär Bestechungsgelder kassiert hat. Ich kann nicht angeklagt werden, weil es keinen Grund und keine Beweise gibt», sagte er.

Deine Meinung