Aktualisiert 26.10.2010 08:36

Bestechungsvorwürfe

Uefa stellt 48-Stunden-Ultimatum

Nun wird es eng für Spyros Marangos. Der zypriotische Funktionär muss bis Mittwoch Beweise seiner Anschuldigungen vorlegen, sonst drohen ihm rechtliche Schritte.

von
heg
Uefa-Präsident Michel Platini will Beweise auf dem Tisch. (Bild: Keystone)

Uefa-Präsident Michel Platini will Beweise auf dem Tisch. (Bild: Keystone)

Marangos behauptet, ihm liegen Beweise vor, dass die EM 2012 in Polen und der Ukraine «gekauft» war. Er habe drei Zeugen, die belegen können wie in einer zypriotischen Anwaltskanzlei Korruptionsgeschäfte stattgefunden haben. Betroffen seien fünf hohe Uefa-Funktionäre. Die Gesamtsumme betrage rund elf Millionen Euro.

Der Anwalt von Marangos, Neoclis Neocleous, bestätigte der «Süddeutschen Zeitung», dass zwei der angeblich signierten Zeugenaussagen in Plastik eingeschweisst und mit Originaldatum versehen seien. Marangos könne so belegen, wie lange ihm die Aussagen schon vorlägen. «Die Zeugen sind bereit, vor Gericht unter Eid auszusagen, wenn es so weit ist», sagte Neocleous.

Das Verwirrspiel mit den Beweisen

Gemäss eigener Aussage soll Marango mehrmals versucht haben, sein Material dem Verband zukommen zu lassen. Alle Versuche seien aber gescheitert. Er sei sich daher sicher, dass «sie die Geschichte vertuschen wollen», lautete sein Vorwurf an die Uefa. Der Verband wies diesen zurück. Man habe wiederholt nach Beweisen gefragt. Sollten diese bis Mittwoch nicht vorliegen, wolle man sich gegen die «diffamierenden Erklärungen» zur Wehr setzen berichtet nun der «Kicker.»

EM-Gastgeber weisen Vorwürfe zurück

Polen und die Ukraine haben auf die Anschuldigungen ebenfalls reagiert. «Die Behauptungen sind drei Jahre alt. Wenn sie zumindest teilweise wahr wären, hätten wir keine Meisterschaft mehr», sagte der stellvertretende Ministerpräsident der Ukraine, Boris Kolesnikow, der Nachrichtenagentur «Interfax». Polen bläst in etwa ins gleiche Horn. «Das ist nur Verleumdung, es ist nicht einmal wert, dass man darüber redet», sagte Jakub Kwiatkowski, Sprecher des polnischen Sportministeriums.

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