Entscheid gefallen: Uefa wirft Sion aus der Europa League
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Entscheid gefallenUefa wirft Sion aus der Europa League

Die Uefa hat entschieden: Der FC Sion darf wegen unerlaubten Transfers nicht an der Europa League teilnehmen. Aber Christian Constantin gibt noch nicht auf.

von
fbu
Was macht Christian Constantin jetzt?

Was macht Christian Constantin jetzt?

Am späten Freitagnachmittag hat sich die Disziplinarkommission der Uefa zu einer Tagung getroffen, um über den «Fall Sion» zu entscheiden. Das Gremium ist zu einem Resultat gekommen: Der FC Sion wird aufgrund des nichteingehaltenen Transferverbots von den Gruppenspielen der Europa League ausgeschlossen. Die beiden Qualifikationsspiele gegen Celtic Glasgow verlieren die Sittener in Nachhinein mit 0:3. Die genaue Urteilsbegründung erhält Sion am Montag. Dann hat der Verein drei Tage Zeit für einen Rekurs.

Celtic Glasgow war es, neben verschiedenen Schweizer Teams, das bei der Uefa Einspruch eingelegt hatte. Dem Verein von Christian Constantin wird vorgeworfen, dass ein zweijähriges Transferverbot missachtet worden sei, welches die Fifa ausgesprochen hatte. Trotz einer Sperre verpflichteten die Walliser in diesem Sommer sechs neue Spieler, die nur dank einer super-provisorischen Verfügung des Bezirksgerichts Martigny in der Meisterschaft und der Europa-League-Qualifikation mitwirken konnten.

«Rekurs dauert zu lange»

Beim FC Sion stiess die Sanktion auf Unverständnis, obwohl sie so erwartet worden war. Die Walliser bekamen am Freitag lediglich eine vierzeilige Mitteilung zugesendet, in welcher die Fakten aufgelistet waren. «Wir haben so gut wie keine Informationen von der UEFA. Wir durften uns im Vorfeld nicht äussern. Das Urteil stand schon fest, bevor sich die Richter trafen», behauptet Constantin. «Bereits um 16.45 Uhr wusste Celtic Glasgow, dass es in der Europa League steht, während wir erst um 17.40 Uhr informiert wurden.»

Nach der Urteilsbegründung, die vorausschichtlich am Montag erfolgt, hat der Cupsieger drei Tage Zeit, um Rekurs bei der zuständigen UEFA-Kommission einzulegen. Constantin wird gegen das Urteil zwar Protest einlegen, macht sich aber keine Hoffnungen: «Selbst wenn wir recht bekommen würden, nützt uns das nichts. Das Verfahren dauert zu lange. Bis dann läuft die Gruppenphase schon.» Am 15. September muss entweder Sion oder Celtic Glasgow bei Atlético Madrid antreten.

Klagen im Wallis und im Waadtland

Wesentlich optimistischer ist Constantin, was seine Chancen vor einem Zivilgericht betrifft. «Die UEFA hat so lange mit ihrem Urteil zugewartet, um uns in Zeitnot zu bringen. Doch das wendet sich nun gegen sie. Denn jetzt sind alle Voraussetzungen für eine superprovisorische Verfügung gegeben.» Sowohl im Wallis als auch im Waadtland wird der Präsident von Sion eine superprovisorische Verfügung anstreben. Die Vorbereitung für den Gang vor das Zivilgericht fanden bereits in dieser Woche statt. Geht die Rechnung des FC Sion auf, zwingt das Gericht die UEFA, den Super-League-Verein für die Europa League zuzulassen.

In den nächsten Tagen wird sich für den FC Sion viel entscheiden, bezüglich Europa League und nationaler Meisterschaft. Der Sportgerichtshof CAS dürfte in diesem Monat urteilen, ob die Transfersperre bereits vor den Verpflichtungen im Sommer verbüsst war. Wie auch immer die diversen Urteile ausfallen, das Chaos ist vorprogrammiert. In der Axpo Super League bestritten Sion und auch ein Teil von Sions Gegnern Meisterschaftspartien unter Protest, was, egal wie der CAS sich äussert, zu weiteren juristischen Duellen führen wird. Auch bezüglich Europa League deutet viel auf einen langwierigen Kampf hin. «Das Spiel geht weiter», meinte Constantin gelassen. «Ich bin sicher, dass wir am Ende recht bekommen.»

Ursache für das Transferverbot der Fifa war die Verpflichtung des ägyptischen Torhüters Essam el-Hadary ausgesprochen. Die Fifa warf den Sittener Anstiftung zum Vertragsbruch vor. Der Ägypter hatte beim Wechsel zu Sion noch einen laufenden Vertrag in seiner Heimat.

(fbu/si)

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