Bundesrat auf SRF – Ueli Maurer lobt Putins Aussenminister Lawrow als «einen der besten»

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Der Bundesrat in «Gredig direkt»Ueli Maurer lobt Putins Aussenminister Lawrow auf SRF als «einen der besten»

Am Donnerstagabend war Bundesrat Ueli Maurer Talk-Gast bei «Gredig direkt» auf SRF. Dabei gab er an, der Bundesrat sei von Russlands Angriff überrascht worden, pries aber Putin und dessen Aussenminister Lawrow als «strategische Köpfe».

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Der damalige Bundespräsident Ueli Maurer traf 2019 Wladimir Putin …

Der damalige Bundespräsident Ueli Maurer traf 2019 Wladimir Putin …

Screenshot SRF
… und lernte ihn als Strategen kennen.

… und lernte ihn als Strategen kennen.

Screenshot SRF
Der russische Aussenminster Sergej Lawrow ist gemäss Maurer «einer der besten».

Der russische Aussenminster Sergej Lawrow ist gemäss Maurer «einer der besten».

Reuters

Darum gehts

Freudestrahlend schüttelte SVP-Bundesrat Ueli Maurer 2019 anlässlich eines Treffens in Moskau dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Hand. Der damalige Bundespräsident wurde von Putin im Kreml empfangen und genoss den Moment sichtlich. Die entsprechenden Bilder strahlte SRF in der Talkshow «Gredig direkt» am Donnerstagabend aus, in der Finanzminister Ueli Maurer zu Gast war.

Moderator Urs Gredig wollte als Erstes wissen, wie besorgt die Regierung nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine sei. «Es ist ein Ereignis, das wir nie erwartet hätten», antwortete Maurer. Man suche im Moment nach der Deutung und Bedeutung des Ereignisses. Diesbezüglich herrsche eine «hohe Ratlosigkeit» und man müsse in den kommenden Tagen herausfinden, «wie man dem begegnen könne».

«Man weiss nicht: Wann hört das auf, wie geht das noch weiter», so Maurer weiter. «Da werden wir abwarten müssen und dann stellt sich die Frage, wie wir weitergehen, weil es ja weitergehen muss, man muss ja wieder zu normalen Verhältnissen kommen.» Diesbezüglich seien «derzeit viele Fragen offen». 

Gredig wollte dann wissen, was das für die Schweiz bedeute. Eine der ersten Lehren, die man ziehen könne, sei, dass ein entstandenes militärisches Vakuum ausgenützt werde, so Maurer. «Auf die Schweiz bezogen würde ich sagen, dass es eine starke Armee braucht und wir die neuen Flugzeuge brauchen», meinte er. Zum Thema Besorgnis in der Schweiz meinte er: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass Russland die volle militärische Eskalation in Kauf nehmen will.» Es könne aber durchaus sein, «dass Russland bis nach Kiew marschiert und die Regierung auswechselt.»

«Putin hat einen der besten Aussenminister»

Auf die Person Putin angesprochen meinte Ueli Maurer: «Er ist natürlich ein strategischer Kopf und hat seine Ziele, die er verwirklichen will – das hat er in den letzten Jahren immer wieder bewiesen.» Und weiter: «Er tut das ja nicht alleine, sondern hat auch einen der meiner Meinung nach besten Aussenminister an seiner Seite, der auch strategisch mitdenkt.» Ob der Westen Putin unterschätzt habe, fragte Gredig anschliessend. «Wahrscheinlich schon, das hat ihm vermutlich niemand zugetraut.» Er sei kein Russland-Versteher, doch das Land habe sich natürlich nach dem Fall der Mauer gedemütigt gefühlt. «Das ist, wie wenn ein Hund an der Kette ist: Man kann ihn schlagen, aber wenn er loskommt, rächt er sich.» Dieses Muster kenne man aus der Geschichte.

«Wo sehen Sie die Rolle der Schweiz?», fragte Urs Gredig weiter. «Vielleicht besteht die Chance, dass wir vermitteln können. Wir haben ein gutes Verhältnis zur Ukraine und traditionellerweise auch zu Russland, aber es müsste von diesen Parteien auch akzeptiert werden, dass wir uns hier einbringen.» Die Schweiz könne als neutraler Kleinstaat zur Deeskalation beitragen – «und das muss auch unser Ziel sein. Es geht ja um das russische und das ukrainische Volk und wir müssen versuchen, irgendwie in Frieden zusammenzuleben, dass die Wirtschaft läuft, alle ein Einkommen haben und sich sicher fühlen, und da muss die Schweiz in den nächsten Tagen, Monaten und Jahren eine Rolle finden, um das wieder zu normalisieren.» 

Zu Sanktionen sagte Maurer diplomatisch, man könne den Einmarsch sicher verurteilen, man müsse nun aber «in den nächsten Tagen anschauen, ob man mit Sanktionen den Konflikt verschärft oder entschärft».

(trx)

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