Ueli Maurer wirbt ohne SVP-Sünneli – neue Taktik?
Aktualisiert

Ueli Maurer wirbt ohne SVP-Sünneli – neue Taktik?

Ausgerechnet
im Wahlkampf-Endspurt
entledigt sich Ueli
Maurer des SVP-Logos –
und provoziert damit
allerlei Spekulationen.

Der SVP-Himmel scheint wolkenverhangen. Das sonst obligate Sünneli jedenfalls darf diesmal nicht von Ueli Maurers Wahlplakat scheinen, auf dem sich der Parteipräsident als Ständerat empfiehlt. Nicht die SVP, sondern «Zürich gewinnt», lautet Maurers finale Parole. Im «Politohr» der «SonntagsZeitung» wurde bereits gemutmasst, der Verzicht deute nicht auf eine Entfremdung hin, sondern könnte ein taktischer Schachzug zur Akquirierung von Wählerstimmen sein. «Ein ziemlich exotischer Gedanke», wehrt SVP-Kantonsrat Martin Arnold ab, der massgeblich an der Plakatgestaltung beteiligt war. Hinter Maurer stehe ein überparteiliches Komitee, deshalb habe man auf das Logo verzichtet. Das gilt zwar auch für Maurers Gegenspielerin Verena Diener (GL). «Wir hingegen versuchen mit unseren Plakaten Transparenz zu schaffen», sagt Ko-Parteipräsident Martin Bäumle.

Politberater Klaus J. Stöhlker sieht den Logo-Verzicht als «unbeholfenen Versuch, bei denjenigen bürgerlichen Wählern Stimmen zu fangen, denen die SVP zu unanständig ist». Maurers Problem sei SVP-Hardliner Ulrich Schlüer. Wird Maurer gewählt, rückt Schlüer in den Nationalrat nach: «Das wollen selbst viele potentielle Maurer-Wähler verhindern.»

Alexandra Roder

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