Aktualisiert 06.09.2007 23:22

Konzert: Zh, Mittwoch 12.9.

Uffie Galore

Anna Catherine Hartley ist süsse 19. Als Elektro-Göre Uffie macht sie weltweit Szene-Clubs unsicher und gilt als Ikone eines neuen Frauenbildes.

Uffie, du bist nicht die einzige Musikerin, die zu Elektrobeats rappt. Wie unterscheidest du dich von anderen Künstlerinnen wie M.I.A. oder Lady Sovereign?

Uffie: Der Unterschied liegt bei uns klar in den Lyrics. Bei Lady Sovereign geht es um Attitüde, und M.I.A. macht sehr politisch motivierte Musik. Ich rappe über den normalen Alltag eines jungen Mädchens.

Man bezeichnet dich oft als Lolita. Kannst du dich mit diesem Etikett identifizieren?

Uffie: Mich stört daran, dass ich nicht bewusst mit männlichen Vorstellungen kokettiere, sondern mich als moderne, selbstbewusste Frau sehe, die sagt und tut, was sie will.

Dein Label Ed Banger wird in Verbindung gebracht mit dem Musikgenre Nu Rave. Was hältst du davon?

Uffie: Ich kann verstehen, weshalb diese Parallelen gezogen werden. Nu Rave hat etwas Rebellisches, Punkiges. Und auch wir bei Ed Banger sind im Herzen Punker, auch wir sind mit etwas total Neuem am Start.

Wie Nu Rave wird auch Ed Banger gerne als Modeerscheinung abgestempelt ...

Uffie: Es ist cool, so viel Aufmerksamkeit zu kriegen. Anderseits gehen die Leute beim Begriff «Hype» davon aus, dass in ein paar Monaten keiner mehr von einem spricht. Alle warten nur auf einen Flop.

Du bist gebürtige Amerikanerin, in Hongkong aufgewachsen und lebst nun in Paris. Was fasziniert dich an der Stadt?

Uffie: Ich mag die ganze Kultur, die Geschichtsträchtigkeit der Stadt und natürlich das Savoir-vivre. Ich liebe es, den Tag mit Kaffee und Croissant zu beginnen. Ich bin mit 15 Jahren hierher gezogen und habe mich sofort verliebt.

Paris ist auch eine Fashion-Metropole. Wie wichtig ist Mode für dich?

Uffie: Mode ist mir superwichtig, aber nicht in dem Sinne, dass ich immer das neuste Dior-Täschchen brauche.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Uffie: Ich würde sagen: Class Meets Trash. Ich mag es, schicke Sachen mit trashigen Stücken zu kombinieren. Auf der Bühne kann man natürlich noch einen Schritt weitergehen und verrücktere Sachen anziehen. Ich trage bei den Auftritten oft Jumpsuits. Ausserdem habe ich eine Sneaker-Obsession – ich besitze über 200 Paare.

Und wo kaufst du deine Klamotten am liebsten ein?

Ich liebe Secondhand-Läden und gehe oft auf Flohmärkte, am liebsten auf den Puces de Saint-Ouen an der Porte de Clignancourt. Da findet man die schrägsten Sachen.

Interview Marlies Seifert

Mi, 12.9., 21 Uhr, Mascotte, Zürich.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.