Sekte will politisieren: Ufo-Sekte Rael will in Walliser Gemeinderat
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Sekte will politisierenUfo-Sekte Rael will in Walliser Gemeinderat

Die Raelisten-Sekte will mit einer «Paradiesbewegung» in den Gemeinderat eines Walliser Dorfes. Experten sind skeptisch.

von
Sandra Ruckstuhl
«Raelistenpapst» Allan Tschopp.

«Raelistenpapst» Allan Tschopp.

Ausserirdische, Ufos, Klone und öffentlicher Nudismus: Das sind die Glaubensvorstellungen der Raelistensekte. In der kleinen Walliser Gemeinde Miesen will der «Raelistenpapst» Allan Tschopp nun eine politische Bewegung namens «Mouvement pour le paradisme» lancieren. Damit will er bei den Walliser Kommunalwahlen im Oktober in den Gemeinderat einziehen.

Zuvor will Tschopp der Bevölkerung an einem Infoabend sein Programm näherbringen. «Wir wollen aufzeigen, wie ein baldiger Zusammenbruch des Kapitalismus bewältigt werden kann, wie es im Sinne unseres Führers Rael wäre», so Tschopp. Der Gemeindepräsident von Miesen steht Tschopps Plänen wohlwollend gegenüber: «Das ist sein Recht als Bürger», so Danny Antille gegenüber «Le Nouvelliste».

Sektenexperte Georg Schmid dagegen ist irritiert: «Dass eine raelitische Organisation für die Kommunalwahlen kandidieren will, ist ein Widerspruch in sich. Denn Raelisten lehnen Demokratie ab und fordern die Herrschaft der Intelligentesten.» Genau aus diesem Grund hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Plakat-Verbot der Schweizer Behörden gegen die Ufo-Sekte gebilligt. Solange die Raelisten im Gemeinderat jedoch keine Mehrheit hätten, habe er keine Bedenken. «So können sie weder ein Institut zum Klonen von Menschen noch den öffentlichen Nudismus durchsetzen.» Es werde weiterhin keine nackten Gemeinderäte im Wallis geben.

Ufo im Tessin gesichtet

Mehrere Personen wollen in der Nacht auf gestern im Tessin ein Ufo gesichtet haben. «Gegen 20 Uhr haben meine Freundin und ich ein starkes Licht gesehen. Es leuchtete abwechslungsweise blau-rot und grün», so eine Leser-Reporterin aus Contone. Candida Mammoliti, Direktorin des Cusi (Ufozentrum der italienischen Schweiz), erhielt eine weitere Nachricht von einem roten Licht aus Caslano. Für eine gründliche Untersuchung will sie jetzt weitere Zeugnisse sammeln.

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