Aktualisiert 01.08.2006 22:16

Uganda: Kriegsverbrecher ruft zu Waffenstillstand auf

In Uganda hat sich der als Kriegsverbrecher gesuchte Anführer der Rebellengruppe Lord's Resistance Army (LRA), Joseph Kony, für einen Waffenstillstand mit der Regierung ausgesprochen.

In seiner ersten Pressekonferenz seit 20 Jahren sagte Kony am Dienstag, es könne keine sinnvollen Friedensverhandlungen ohne eine Feuerpause geben. Zuvor hatte er mit sudanesischen Vermittlern über ein Ende eines der längsten Kämpfe in der Geschichte Afrikas gesprochen.

Bei den Kämpfen sind zehntausende Menschen ums Leben gekommen, Millionen sind in der Region auf der Flucht. Die LRA wird zudem für zahlreiche Gräueltaten verantwortlich gemacht, darunter Verstümmelungen, den Einsatz von Kindersoldaten und Kannibalismus.

Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) hat einen Haftbefehl gegen Kony wegen Kriegsverbrechen ausgestellt. Dieser wies die Vorwürfe am Dienstag zurück. «Ich bin ein Mann, ich bin ein Mensch, ein bin ein Soldat, ich bin Joseph Kony» sagte er.

«Diese Wörter, die Leute mir sagen, das ist Propaganda, denn sie ziehen meinen Namen durch den Dreck, damit mich die Menschen nicht als Mensch lieben.»

Er wies auch die Vorwürfe zurück, Kinder entführt und zum Kriegsdienst gezwungen zu haben. «Ich kann mit Kindern nicht kämpfen», sagte er. «Wie Sie sehr wohl wissen, können Kinder nicht 60 Meilen zu Fuss gehen wie ich es kann.»

Die Gespräche über ein Ende des Krieges hatten am 14. Juli im Sudan begonnen und sollten am kommenden Montag fortgesetzt werden. Vermittler bewerteten Konys Aufruf zum Waffenstillstand als Fortschritt.

(sda)

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