45 Tote: Uganda: Massaker in Kirche
Aktualisiert

45 ToteUganda: Massaker in Kirche

Mit Macheten bewaffnete Angreifer haben Augenzeugen zufolge in einer katholischen Kirche im östlichen Kongo ein Massaker angerichtet. Ein Mitarbeiter einer europäischen Hilfsorganisation sprach am Montag von mehr als 100 Toten, die kongolesischen Streitkräfte von bis zu 150.

Die ugandische Regierung machte Rebellen der Lord's Resistance Army (Widerstandsbewegung des Herrn - LRA) für die Bluttat vom zweiten Weihnachtsfeiertag verantwortlich. Die LRA wies dies zurück und gab ugandischen Soldaten die Schuld.

«Ich habe mich in Büschen nahe der Kirche versteckt und habe die Schreie der Menschen gehört, als sie mit Macheten zerhackt wurden», sagte der Augenzeuge Abel Longi aus der betroffenen Ortschaft Doruma per Telefon der Nachrichtenagentur AP. Er sei sicher, dass es sich bei den Angreifern um ugandische Rebellen vom Volk der Acholi gehandelt habe, weil sie diesen Dialekt gesprochen hätten. Ausserdem seien viele Kindersoldaten dabei gewesen, wofür die LRA berüchtigt sei.

Der ugandische Militärsprecher Chris Magezi nannte die Zustände in der Kirche unbeschreiblich: «Auf dem Boden lagen viele verstümmelte Leichen, überwiegend von Frauen und Kindern.» Magezi sprach allerdings nur von 45 Toten. LRA-Sprecher David Matsanga erklärte indessen, die ugandischen Streitkräfte hätten Soldaten in den östlichen Kongo eingeschleust und zu dem Massaker angehalten, um dann seiner Organisation die Schuld zu geben.

Die LRA führt seit zwei Jahrzehnten einen blutigen Bürgerkrieg gegen die Regierung in Kampala. Sie unterhält Stützpunkte im Norden Ugandas sowie im Osten des Kongos und im südlichen Sudan und ist bekannt für die Rekrutierung von Kindern als Soldaten und Sexsklaven. Gegnern werden nach Angaben von Menschenrechtsgruppen häufig die Lippen abgeschnitten. Friedensgespräche zwischen der LRA und der ugandischen Regierung befinden sich schon seit langem in der Sackgasse.

(dapd)

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