Ukraine: Das Volk tobt
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Ukraine: Das Volk tobt

In Kiew haben Anhänger der ukrainischen Opposition am Freitagmorgen die Zugänge zu den wichtigsten Regierungsgebäuden in Kiew blockiert.

Sie riegelten die Haupteingänge zum Präsidialamt und zum Ministerratsgebäude ab, um die Beamten nicht zur Arbeit zu lassen. Die Rückseiten der Gebäude wurden indes von starken Polizeikräften gesichert.

Der Ministerpräsident und erklärte Sieger der Präsidentenwahl, Viktor Janukowitsch, sei wegen der Blockade nicht in seine Amtsräume gelangt, sagte dessen Sprecherin Anna German.

«Wir werden die Mitarbeiter dieser Einrichtungen in aller Liebe hinauslassen, aber morgen früh nicht wieder hinein», hatte die Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko am Vorabend erklärt.

Berichte über russische Einheiten

Die Opposition äusserte unterdessen auch Befürchtungen über einen möglichen Ausbruch der Gewalt. Sie argwöhnt, Russland habe Spezialeinheiten der Armee nach Kiew entsandt, um Ausschreitungen zu provozieren und anschliessend hart durchzugreifen.

«Ich bestätige die Präsenz von russischen Spezialeinheiten in Kiew, ich kann genau sagen, wo sie sich aufhalten», sagte Oppositionssprecher Boris Tarassuk dem bulgarischen TV-Sender bTV. Sie hätten sich mit ukrainischen Armeeuninformen getarnt und seien mit Maschinengewehren bewaffnet. Dies lasse «Schlimmes befürchten».

Drei Vermittler

Auf Bitten des bisherigen Präsidenten Kutschma will dessen litauischer Kollege Valdas Adamkus in dem Konflikt vermitteln. Adamkus werde am Freitag nach Kiew reisen, sagte eine Präsidentensprecherin.

In der Krise wollen am (heutigen) Freitag auch der polnische Präsident Aleksander Kwasniewski und der aussenpolitische Koordinator der EU, Javier Solana, Möglichkeiten für eine diplomatische Lösung ausloten. (sda)

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