Sicherheitsrisiko: Ukraine-Krieg – Industriefirmen schlagen Alarm wegen Hackerangriffen
Publiziert

SicherheitsrisikoUkraine-Krieg – Industriefirmen schlagen Alarm wegen Hackerangriffen

Fast jede Schweizer Firma erlebte schon einen Cyberangriff. Der Krieg verschärft die Gefahr noch. Jetzt warnt der Industrieverband Swissmem vor militärischen Kampagnen.

von
Fabian Pöschl
1 / 8
Der Industrieverband Swissmem meldet häufige Cyberangriffe auf Schweizer Unternehmen.

Der Industrieverband Swissmem meldet häufige Cyberangriffe auf Schweizer Unternehmen.

IMAGO/Panama Pictures
Für die Firmen können die Schäden in Millionenhöhe gehen und existenzbedrohend sein.

Für die Firmen können die Schäden in Millionenhöhe gehen und existenzbedrohend sein.

imago images/Westend61
Gefährdet sind vor allem kleine Unternehmen, denen das Fachwissen zur Abwehr fehlt.

Gefährdet sind vor allem kleine Unternehmen, denen das Fachwissen zur Abwehr fehlt.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

Schweizer Firmen sind ständig von Cyberangriffen bedroht. Bei 70 Prozent der Industriefirmen im Land gabs in den vergangenen zwei Jahren mindestens eine Attacke, wie eine Umfrage unter Mitgliedern des Industrieverbands Swissmem zeigt – manche Firmen traf es in den zwei Jahren mehr als 20 mal.

Die Schäden gingen bis in die Millionen und seien für manche Firmen existenzbedrohend, schreibt der Verband in einer Mitteilung. «Cyberangriffe sind das grösste Sicherheitsrisiko für Unternehmen», sagte Swissmem-Präsident Martin Hirzel bei der Präsentation der Umfrage während der Jahrestagung am Donnerstag.

Cyber-Attacken als Teil einer militärischen Kampagne

Gefährdet sind laut Hirzel vor allem kleine Firmen, denen das Fachwissen zur Abwehr fehlt. Doch viele von ihnen seien im Hightech-Bereich tätig und bräuchten deshalb besonderen Schutz von sensiblen Daten. Sollte diese eine andere Firma stehlen oder manipulieren, sei die Wettbewerbsposition der Firma gefährdet.

Der Ukraine-Krieg verschärfe die Bedrohungslage weiter. «Cyber-Attacken gegen die kleinen Zulieferer von grossen Firmen können Teil einer militärischen Kampagne sein, da sehen wir ein grosses Risiko», so Hirzel.

Russischer Markt «zehn bis 20 Jahre» eingebrochen

Allerdings gibt es keine Zahlen dazu, wie gross die Gefahr durch Hacker aus Russland seit dem Krieg ist, wie Professor Ueli Hostettler von der Universität Bern sagt, der die Umfrage bei den Firmen durchführte. «Wir wissen nicht, woher die Angriffe kommen, das ist ein grosser Mangel», so Hostettler.

Ein Problem dafür sieht der Experte darin, dass es in vielen Firmen Hemmungen gebe, einen Cyberangriff zu melden. Die Unternehmen hätten Angst vor einem möglichen Imageverlust. Es gebe zwar schon viele Vorkehrungsmassnahmen bei Schweizer Firmen, doch die Aufmerksamkeit dürfe nicht nachlassen.

Warst du auch schon Opfer eines Hackerangriffs?

Jeder Betrieb müsse technologisch und organisatorisch stets vorbereitet sein, um Attacken abwehren zu können, sagt Swissmem-Präsident Hirzel. «Dies sicherzustellen ist Chefsache», so Hirzel. Swissmem schuf deshalb gemeinsam mit den Verbänden Asut und Swisstnet ein spezielles Angebot für Industriebetriebe bei Sicherheitsthemen.

Diese Attacken sind am häufigsten

Deine Meinung

35 Kommentare