Bio aus China – Ukraine-Krieg – wegen Futter-Knappheit lockert Bio Suisse die Regeln

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Bio aus ChinaUkraine-Krieg – wegen Futter-Knappheit lockert Bio Suisse die Regeln

Schweizer Bio-Bauern können jetzt Futter aus Übersee importieren. In Deutschland müssen Bio-Bauern wohl bald auf konventionelles Futter zurückgreifen.

von
Fabian Pöschl
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Vorher ein Tabu, jetzt erlaubt Bio Suisse den Import von Soja fürs Tierfutter aus Übersee.

Vorher ein Tabu, jetzt erlaubt Bio Suisse den Import von Soja fürs Tierfutter aus Übersee.

Reuters
Grund dafür ist der Ukraine-Krieg. Das Bio-Futter aus der Ukraine wird jetzt knapp.

Grund dafür ist der Ukraine-Krieg. Das Bio-Futter aus der Ukraine wird jetzt knapp.

REUTERS
Deshalb dürfen Bio-Bauern jetzt Bio-Futter aus ferneren Ländern an ihre Hühner und Schweine verfüttern.

Deshalb dürfen Bio-Bauern jetzt Bio-Futter aus ferneren Ländern an ihre Hühner und Schweine verfüttern.

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Den Bio-Bauern geht das Futter aus.

  • Grund ist der Ukraine-Krieg.

  • Deshalb dürfen sie bis Ende Jahr Bio-Futter aus Übersee beziehen.

Bio-Bauern schlagen Alarm. Sie beziehen bis zu 18 Prozent des Futters in Bioqualität aus der Ukraine, doch wegen des Kriegs wird das nun knapp. Der Verband Bio Suisse lockert deshalb die Regeln beim Futter für Hühner und Schweine.

Bis Ende Jahr dürfen Bio-Bauern bis zu 40 Prozent der Sojabohnen aus fernen Ländern beziehen, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Das war bisher ein Tabu, weil in vielen Ländern gentechnisch veränderte Pflanzen zugelassen sind.

Hauptsächlich soll es sich um Rohstoffe aus China handeln, wie ein Sprecher von Bio Suisse zur Zeitung sagt. Die chinesischen Hersteller würden nach den Richtlinien von Bio Suisse produzieren. Um sicherzugehen, dass kein gentechnisch verändertes Soja dabei ist, werde jede Charge auf Rückstände geprüft. Flugtransporte seien verboten.

Jetzt geht auch Euro-Bio statt Bio-Knospe

Es bleibt nicht die einzige Massnahme von Bio Suisse. Der Verband erlaubt neu auch den Import von Raps- und Leinsamen sowie Sonnenblumenkernen und Soja aus Europa nach europäischem Biostandard. Bisher ging das nur, wenn die Betriebe nach den Richtlinien der strengeren Bioknospe produzieren. So war es Betrieben etwa nicht erlaubt, neben Bio- auch konventionelle Ware anzubauen, was Euro-Bio hingegen zulässt.

Ob sich das Problem der Futter-Knappheit damit lösen lässt, ist unklar. Zumal der deutsche Bauernverband auch schon warnte, dass wegen des Ukraine-Kriegs das Biofutter knapp werde. In wenigen Wochen könnten sich die Lager leeren.

Dann müssten die deutschen Biohöfe auf konventionelles Futter zurückgreifen. Das sei bei Bio Suisse nicht geplant. Bei Eiern seien nun zwar fünf Prozent konventionelles Futter erlaubt, das liege aber immer noch in den Standardrichtlinien des Verbands. 

So viel teurer sind Bio-Produkte:

Das Bundesamt für Landwirtschaft BLW vergleicht jeden Monat die Preisunterschiede zwischen konventionell und nach Biostandard hergestellten Lebensmitteln. Im Juni 2021 kosteten Bio-Esswaren über alle Produktionskategorien hinweg 48,4 Prozent mehr. Am geringsten war der Unterschied bei der Milch: In Bioqualität kostet diese rund ein Drittel mehr. Beim Gemüse ist der Preisunterschied mit 77 Prozent um einiges höher.

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