2 Franken pro Liter – Ukraine-Krise – jetzt droht der Benzinpreis-Schock

Aktualisiert

2 Franken pro LiterUkraine-Krise – jetzt droht der Benzinpreis-Schock

Hoher Erdölpreis, teures Benzin, unsichere Gasversorgung: Die Ukraine-Krise ist auch in der Schweiz spürbar. Auf diese Auswirkungen musst du dich gefasst machen.

von
Marcel Urech
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Ein Liter Benzin könnte bald über zwei Franken kosten, sagt der Branchenverband der Treibstoffimporteure.

Ein Liter Benzin könnte bald über zwei Franken kosten, sagt der Branchenverband der Treibstoffimporteure.

20min/Simon Glauser
Grund dafür sind neben der Ukraine-Krise auch die weltweit wachsende Nachfrage nach Öl, das kaum steigende Angebot und die unsichere Lage im Iran.

Grund dafür sind neben der Ukraine-Krise auch die weltweit wachsende Nachfrage nach Öl, das kaum steigende Angebot und die unsichere Lage im Iran.

Reuters
Der Westen befürchtet, dass Russland einen Grossangriff auf die Ukraine plant.

Der Westen befürchtet, dass Russland einen Grossangriff auf die Ukraine plant.

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Darum gehts

Die Ukraine-Krise spitzt sich zu: US-Präsident Joe Biden droht mit einem Aus der Ostseepipeline Nord Stream 2, während der russische Präsident Wladimir Putin und der französische Präsident Emmanuel Macron hart verhandeln. Was bedeutet die Krise für die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten? Eine Übersicht.

Was importiert die Schweiz aus der Ukraine?

Die Schweiz und die Ukraine sind seit Jahren Partner, wobei die Handelsbilanz für die Schweiz positiv ist. Die Schweiz exportiert also mehr Waren in die Ukraine als sie Waren aus der Ukraine importiert. In der Ukraine gehört die Schweiz zu den fünf grössten Investoren. Sie importiert Textilien, Kleider, Landwirtschaftsprodukte, Maschinen, Edelsteine, Edelmetalle und unedle Metalle wie Aluminium, Zink und Eisen.

Werden diese Produkte nun knapp und teuer?

Jein, sagt das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL). Die Schweiz sei nur wenig von der Ukraine abhängig, sagt Thomas Grünwald, Sprecher des Amtes, in Zeitungen von Tamedia. Ein Krieg könne aber zu Engpässen und Mangellagen in vielen Bereichen führen. Das könnte die Preise nach oben treiben.

Hat die Ukraine-Krise Auswirkungen auf den Ölpreis?

Ja, im Markt ist von einem «Risikoaufschlag» wegen der Ukraine-Krise die Rede. Der Ölverbund Opec+ erachtet den Konflikt als einen der Hauptgründe für die hohen Preise. Avenergy sieht das ähnlich. Die Ukraine-Krise könnte den Ölpreis weiter anheizen, so der Branchenverband der Treibstoffimporteure.

Wie hoch steigt der Benzinpreis?

Ein Liter Benzin könnte bald über zwei Franken kosten, sagt Avenergy. Denn während die Nachfrage robust sei, werde das Angebot knapper. Die Ölpreise sind seit Dezember stark gestiegen. Ein Liter Bleifrei kostet an einer Tankstelle in der Schweiz durchschnittlich etwa 1.87 Franken, ein Liter Diesel rund 1.91 Franken.

Wie sieht es mit der Versorgung mit Gas aus?

Russland liefert laut dem Verband der Schweizerischen Gasindustrie 47 Prozent des Erdgases für Schweizer Haushalte und Firmen. Das Land werde seine Verträge aber wohl auch im Kriegsfall einhalten, sagt Grünwald vom BWL. Die Schweiz könnte zudem mehr Gas aus den USA beziehen. Die Bedeutung der Ukraine als Transitland für russisches Gas sei in den letzten Jahren gesunken, twittert der Energieexperte Nikos Tsafos.

Wie kann ich mich persönlich auf die Krise vorbereiten?

Grünwald rät, sich einen Notvorrat anzulegen. Dieser sollte rund zwei Wochen reichen und sei nicht nur wegen der Ukraine-Krise sinnvoll. Ein Vorrat könne auch bei Cyberattacken oder Stromausfällen helfen.

Wie reagiert der Bund auf die Ukraine-Krise?

Der Bund öffnet seine Pflichtlager, falls die Schweizer Wirtschaft es nicht mehr schafft, die Läden und Tankstellen im Land zu füllen. Diese Lager, die private Firmen im Auftrag des Bundes betreiben, sollten für drei bis vier Monate reichen. Sie sind voll mit Zucker, Reis, Getreide, Speiseöl, Dünger und Viehfutter.

Was ist mit Schweizer Firmen vor Ort?

Laut Zeitungen von Tamedia sind rund 130 Schweizer Firmen in der Ukraine aktiv. Einige seien nun dabei, Pläne für eine allfällige Evakuierung von Mitarbeitenden vorzubereiten. Vor Ort sind unter anderem Geberit, Novartis, Nestlé und Syngenta.

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