Aktualisiert 18.09.2014 08:23

IWF

Ukraine-Krise verschärft Wirtschaftsrisiken

Vor dem G20-Treffen in Australien warnt der IWF vor wachsenden Gefahren für die Weltwirtschaft. Konflikte und expansive Geldpolitiken könnten der globalen Wirtschaft schaden.

IWF-Chefin Christine LaGarde denkt, dass sich der ungleichmässige globale Aufschwung fortsetzten wird.

IWF-Chefin Christine LaGarde denkt, dass sich der ungleichmässige globale Aufschwung fortsetzten wird.

Trotz wachsender Risiken rechnen der Internationale Währungsfonds (IWF) wie auch die Bundesregierung nicht mit einem kräftigen Rückschlag für die Weltwirtschaft. Es sei zu erwarten, dass die Konjunkturerholung weltweit bis zum Jahresende sowie 2015 wieder etwas an Fahrt aufnehme.

Sie werde aber schwächer ausfallen, als noch im Frühjahr prognostiziert, sagte der IWF in einem Bericht vom Mittwoch voraus. Sorge äusserte der Fonds vor dem G20-Finanzministertreffens in Australien, dass der ohnehin schleppende Aufschwung im Euro-Raum ganz erlahmt. Insgesamt hätten die Risiken für die globale Wirtschaft zugenommen, etwa durch die Ukraine-Krise.

Gefahr von riskanten Engagements

«Der ungleichmässige globale Aufschwung wird sich fortsetzen, und zwar ungeachtet der Rückschläge in diesem Jahr», lautet der Befund des IWF. Gestützt werde er insbesondere durch eine unterstützende Geldpolitik in den grossen Industrieländern und damit verbundenen günstigen Finanzierungsbedingungen.

Allerdings berge auch die hochexpansive Geldpolitik Risiken, wie etwa das einer steigenden Bereitschaft in der Wirtschaft, riskante Engagements einzugehen. In den Industrieländern sollte die Geldpolitik aktuell aber weiter locker bleiben. Eine Kurswende stehe wohl als Erstes in den USA an, während in der Euro-Zone und in Japan noch der Kampf gegen die ungewöhnlich niedrige Teuerung im Vordergrund stehen sollte.

G20-Treffen in Australien

Am kommenden Wochenende treffen sich die G20-Finanzminister im australischen Cairns. Beim Treffen geht es im Schwerpunkt auch darum, das Wachstum in der Welt im Interesse von mehr Arbeitsplätzen nachhaltig zu verstärken.

Die G20 haben sich das Ziel gesetzt, die Wachstumskraft in ihren Ländern binnen fünf Jahren um zwei Prozent über das Mass hinaus zu forcieren, das bislang absehbar ist. Deutschland hält es für die Schaffung von nachhaltig mehr Wachstum für unerlässlich, neben mehr Investitionen weiter Strukturreformen zu verfolgen, und das auf Basis einer Haushaltskonsolidierung. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.