Russische Hilfsgüter: Ukraine und Rotes Kreuz kontrollieren Konvoi
Aktualisiert

Russische HilfsgüterUkraine und Rotes Kreuz kontrollieren Konvoi

Russland und die Ukraine scheinen eine Lösung im Konflikt über den vor der Grenze stehenden russischen Hilfskonvoi gefunden zu haben. Bald sollen die Hilfsgüter die Ukraine erreichen.

Die Ukraine darf den russischen Hilfskonvoi nun doch kontrollieren. Die Russen zeigen sich kompromissbereit und wollen die Fracht dem Roten Kreuz aushändigen.

59 ukrainische Zoll- und Grenzbeamte haben am Freitag begonnen, die Ladung des kurz vor der Grenze stehenden russischen Hilfskonvois zu überprüfen. Die Lastwagen würden im ukrainischen Grenzort Donezk in Anwesenheit von Vertretern des Internationalen Roten Kreuzes inspiziert, sagte ein Vertreter des ukrainischen Grenzwachdiensts. Russische Nachrichtenagenturen teilten mit, Russland sei bereit, alle notwendigen Unterlagen zu zeigen und die Fracht dem Roten Kreuz auszuhändigen.

Vor der Inspizierung hatten Kiew und Moskau darüber gestritten, wo und wie die Hilfslieferungen über die Grenze gehen können. Die ukrainische Regierung hatte verlangt, die Güter müssten vom Roten Kreuz kontrolliert werden. Kiew befürchtet, der Konvoi mit seinen mehr als 200 Fahrzeugen könnte eine verdeckte russische Invasion darstellen.

Unter den Gütern sind russischen Angaben zufolge unter anderem Babynahrung, Dosenfleisch, mobile Generatoren und Schlafsäcke. Zwölf russische Schützenpanzer sollen den Hilfskonvoi erreicht haben, der 28 Kilometer von der Grenze entfernt steht. Teile der Grenze im Osten des Landes sind unter Kontrolle der prorussischen Separatisten.

Russischer Militärkonvoi in Ukraine eingedrungen

Laut Medienberichten drang am Donnerstagabend ein russischer Militärkonvoi in die Ukraine ein. 23 Mannschaftstransporter mit russischen Militärkennzeichen hätten die Grenze durch eine Lücke im Stacheldrahtzaun passiert, berichtete die britische Zeitung «The Guardian». Gesichtet wurde der Konvoi demnach nahe der ukrainischen Stadt Donezk. Die Angaben liessen sich zunächst nicht von unabhängiger Seite bestätigen.

Kiew und der Westen werfen Russland seit langem derartige Aktionen vor, um die Separatisten in der Ostukraine zu bewaffnen. Moskau hat dies zurückgewiesen.

Die Ukraine will auch einen eigenen Hilfskonvoi für die notleidende Bevölkerung in den Osten des Landes schicken. Lastwagen würden aus den Städten Kiew, Dnjepropetrowsk und Charkow in Richtung der Region Lugansk starten, kündigte die Regierung am Donnerstag auf ihrer Webseite an.

Nach Angaben der Stadtverwaltung von Lugansk ist die Bevölkerung seit fast zwei Wochen ohne Strom, auch die Gas- und Wasserversorgung sind ausgefallen oder beeinträchtigt. Dort seien nur noch Grundnahrungsmittel erhältlich.

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