Ukrainer protestieren gegen NATO-Beitritt
Aktualisiert

Ukrainer protestieren gegen NATO-Beitritt

Vor dem Besuch von US-Präsident George W. Bush in der Ukraine haben tausende NATO-Gegner am Schwarzen Meer gegen den möglichen Beitritt ihres Landes zu dem Militärbündnis protestiert.

Etwa 5000 Anhänger verschiedener Parteien riefen am Samstag in Simferopol auf der Krim in Chören «NATO - Nein!», wie die Agentur Interfax meldete.

Vor Bushs Besuch am Dienstag in Kiew und vor dem NATO-Gipel in Bukarest vom 2. bis 4. April haben linke Parteien auch zu Massenprotesten in der Hauptstadt aufgerufen. Die NATO- Mitgliedstaaten beraten am Gipfel über einen Fahrplan für den späteren Beitritt der Ukraine zu dem Militärbündnis.

Die NATO-Gegner hielten auf der Kundgebung in der Krim-Metropole Dutzende Transparente hoch, auf denen etwa zu lesen war: «Die NATO- das ist Krieg gegen die slawische Welt!».

In einer Resolution kritisierten sie, dass der prowestliche Präsident Viktor Juschtschenko und Regierungschefin Julia Timoschenko die NATO «eigenmächtig» in einem Schreiben um Aufnahme in den Fahrplan für eine spätere Mitgliedschaft ersucht haben.

Wegen des Briefes an die NATO hatte die Opposition fast einen Monat lang das Parlament blockiert und schliesslich das Vorhaben eines Referendums durchgesetzt.

Laut Umfragen ist die Mehrheit der Bevölkerung in der früheren Sowjetrepublik gegen einen NATO-Betritt. Die Regierung will dies durch eine Werbekampagne ändern.

Russland will die Mitgliedschaft des Nachbarlandes in der NATO verhindern. Einige NATO-Staaten, darunter auch Deutschland und Frankreich, sind gegen eine zu rasche und enge Zusammenarbeit des Bündnisses mit der Ukraine.

(sda)

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