Zürich – Ukrainische Flüchtende stehen stundenlang vor Asylzentrum an

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ZürichUkrainische Flüchtende stehen stundenlang vor Asylzentrum an

Vor dem Asylzentrum in Zürich kam es zu einem Ansturm von Ukraine-Flüchtenden.  Laut dem SEM werden aktuell alternative Registrierungsmöglichkeiten geprüft. 

von
Shila Ochsner
Lynn Sachs
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Zahlreiche Flüchtende warteten am Dienstag vor dem Bundesasylzentrum in Zürich.

Zahlreiche Flüchtende warteten am Dienstag vor dem Bundesasylzentrum in Zürich.

20min/News-Scout
Wie es beim SEM auf Anfrage heisst, stehen aktuell Hunderte von Mitarbeitenden aus der SEM-Zentrale in den Bundesasylzentren im Einsatz, um den Ansturm ukrainischer Geflüchteter zu bewältigen.

Wie es beim SEM auf Anfrage heisst, stehen aktuell Hunderte von Mitarbeitenden aus der SEM-Zentrale in den Bundesasylzentren im Einsatz, um den Ansturm ukrainischer Geflüchteter zu bewältigen.

20min/sos

Darum gehts

Eine riesige Warteschlange bildete sich am Mittwoch vor dem Bundesasylzentrum in Zürich. «Das ist mein dritter Versuch, mich registrieren zu lassen. Bisher hat es nicht geklappt. Es hatte immer zu viele Leute und die Mitarbeitenden kamen mit den Anmeldungen nicht nach», erzählt eine Ukrainerin, die seit früh morgens ansteht. Dabei sei nicht nur das Warten mühsam. «Für meine Fahrt hierhin muss ich jedes Mal ein ÖV-Ticket lösen. Das ist sehr teuer für mich», sagt die Frau, die eine private Unterkunft in Zürich-Altstetten gefunden hat. 

Auch am Mittwochnachmittag scheint sich die über 50 Meter lange Warteschlange kaum zu bewegen. «Heute Morgen war sie doppelt so lang», erzählt ein Geflüchteter. Er selbst stehe bereits seit Stunden an. Ähnlich sieht es bei einer Frau aus, die gemeinsam mit ihrer Tochter in die Schweiz geflüchtet ist. «Wir sind seit 8.30 Uhr hier. Es geht sehr langsam vorwärts.» Sie wisse nicht, wo das Problem liege.

Laut V.*, die ihre aus der Ukraine geflüchtete Familie bei der Anmeldung unterstützt, fehlt es unter anderem an Dolmetschern und Dolmetscherinnen. «Aufgrund von sprachlichen Barrieren kommt es so zu Verzögerungen und langen Wartezeiten», sagt V. 

«Wir prüfen aktuell alternative Registrierungsmöglichkeiten»

Wie es beim Staatssekretariat für Migration SEM auf Anfrage heisst, stehen aktuell Hunderte von Mitarbeitenden aus der SEM-Zentrale in den Bundesasylzentren im Einsatz, um den Ansturm ukrainischer Geflüchteter zu bewältigen. «Die Kapazitäten für die Registrierung der aus der Ukraine geflüchteten Personen werden dabei laufend erhöht. Auch sind wir daran, alternative Registrierungsmöglichkeiten zu prüfen», sagt Sprecher Reto Kormann.

Laut Kormann treten im Normalfall durchschnittlich rund 1000 Personen pro Monat in die Bundesasylzentren ein. Aktuell seien es gegen 800 pro Tag. Um den Ansturm etwas zu mindern, sollten sich primär jene ukrainischen Personen in den Bundesasylzentren registrieren lassen, die noch keinen Unterkunftsplatz haben. «Alle anderen können sich auch erst in ein oder zwei Wochen registrieren, daraus erwachsen ihnen keine Nachteile», so Kormann. Er betont: «Es gibt keine Kontingente für den Schutzstatus S. Jede Person, die Schutz in der Schweiz sucht, erhält ihn auch.» Die Schweiz rechnet mit bis zu 50'000 Ukraine-Flüchtenden bis Ende Juni. 

*Name der Redaktion bekannt

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