Angriff auf die Ukraine  – Ukrainische Grenzwächter, die «ft euch» funkten, sind Kriegsgefangene
Publiziert

Angriff auf die Ukraine Ukrainische Grenzwächter, die «f**t euch» funkten, sind Kriegsgefangene

Auf einer kleinen Insel westlich der Krim soll der Beschuss eines russischen Kriegsschiffs 13 ukrainische Grenzsoldaten getötet haben, nachdem sich diese geweigert hatten, sich zu ergeben. Der ukrainische Grenzschutz behauptet nun etwas anderes. 

von
Karin Leuthold

Nach einer Beleidigung gegen russische Truppen sind 13 ukrainische Grenzwächter im Schwarzen Meer nach Angaben aus Kiew vom russischen Militär als Kriegsgefangene genommen worden.

Video : Twitter/20Minuten

Darum gehts

13 ukrainische Grenzwächter, die nach Angaben der Regierung in Kiew von russischem Militär getötet worden waren, sind noch am Leben. Das gab der ukrainische Grenzschutz nun bekannt. Die Soldaten von der Schlangeninsel im Schwarzen Meer sind in russischer Gefangenschaft. «Wir sind sehr froh zu erfahren, dass unsere Mitstreiter leben und alles mit ihnen gut ist», teilte die ukrainische Flotte am Montag per Facebook mit.

Die Ukrainer hätten sich ergeben, nachdem die Munition ausgegangen sei. Russland habe dabei die komplette Infrastruktur der Insel vor dem Donaudelta zerstört. Am Samstag war die Verbindung zu den Soldaten auf der Insel verloren gegangen. Kiew war vom Tod aller 13 Ukrainer ausgegangen. Das russische Militär zeigte später jedoch Bilder der Gefangenen nach ihrer Ankunft in Sewastopol auf der Halbinsel Krim.

Ukrainische Helden

Die 13 Soldaten hatten vor einigen Tagen Heldenstatus erreicht, als sie sich zu Beginn der russischen Invasion auf die Ukraine geweigert hatten, die 300 Kilometer westlich der Krim gelegene Schlangeninsel dem Feind zu übergeben. 

Die Besatzung eines russischen Kriegsschiffs hatte die Garnison der Schlangeninsel in der Nähe der Donaumündung aufgefordert, sich zu ergeben. Daraufhin hätten die Grenzwächter zurückgefunkt: «Russisches Kriegsschiff, f**t Euch!» Das Kriegsschiff habe dann die Insel beschossen – die Grenzwächter seien dabei ums Leben gekommen, hatte der Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko, am Freitag mitgeteilt.

1 / 5
13 ukrainische Grenzwächter waren auf der Schlangeninsel stationiert. Am 24. Februar sollen sie bei einem russischen Bombardement ums Leben gekommen sein, weil sie sich weigerten, sich den russischen Angreifern zu ergeben.

13 ukrainische Grenzwächter waren auf der Schlangeninsel stationiert. Am 24. Februar sollen sie bei einem russischen Bombardement ums Leben gekommen sein, weil sie sich weigerten, sich den russischen Angreifern zu ergeben.

Screenshot Twitter
Die Soldaten wurden danach in der Heimat als Helden gefeiert.

Die Soldaten wurden danach in der Heimat als Helden gefeiert.

Wikipedia/Shao
Doch wenige Tage später kam nun das Dementi: Die Grenzwächter sollen am Leben seien.

Doch wenige Tage später kam nun das Dementi: Die Grenzwächter sollen am Leben seien.

imago images/ZUMA Wire

Grenzwächter sollen jetzt auf der Krim sein

Stunden später kündigte der ukrainische Präsident Wolodomir Selenski in einer Ansprache an, er werde allen Soldaten posthum die Auszeichnung «Held der Ukraine» verleihen. «Alle Grenzsoldaten sind heldenhaft gestorben und haben nicht aufgegeben», sagte Selenski am Freitag.

Bereits einen Tag später erklärte der staatliche Grenzschutzdienst der Ukraine auf Facebook, dass er «fest überzeugt» sei, dass alle ukrainischen Grenzwächter der Insel Zmiinyi am Leben seien. Russische Medien würden berichten, dass die ukrainischen Soldaten von der nun besetzten Insel nach Sewastopol, der grössten Stadt auf der Halbinsel Krim, gebracht worden seien, schreib der Grenzschutzdienst. Eine Nachricht, die sich inzwischen bestätigt hat. 

My 20 Minuten

Deine Meinung

3 Kommentare