Pilotprojekt : Ukrainische Lehrerinnen drücken an der PH Luzern die Schulbank
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Pilotprojekt Ukrainische Lehrerinnen drücken an der PH Luzern die Schulbank

Die Schweiz schult Tausende Kinder aus der Ukraine ein, doch weil die Deutschkenntnisse fehlen, ist die Integration erschwert. Die PH Luzern hat ein Begleitprogramm entwickelt, um Lehrpersonen in ukrainischen Klassen zu unterstützen.

von
Yann Bartal
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Viele Kinder aus der Ukraine besuchen in Luzern sogenannte Aufnahmeklassen.

Viele Kinder aus der Ukraine besuchen in Luzern sogenannte Aufnahmeklassen.

IMAGO/Gutschalk
Die PH Luzern: Ukrainische Lehrerinnen drücken hier die Schulbank.

Die PH Luzern: Ukrainische Lehrerinnen drücken hier die Schulbank.

PH Luzern/Dany Schulthess
In den Weiterbildungen lernen die ukrainischen Lehrpersonen das Schulsystem und das politische System der Schweiz kennen. 

In den Weiterbildungen lernen die ukrainischen Lehrpersonen das Schulsystem und das politische System der Schweiz kennen. 

20min/Marco Zangger

Darum gehts

In der Stadt Luzern leben bereits über 160 geflüchtete ukrainische Kinder. Sie besuchen momentan Aufnahmeklassen mit ausschliesslich anderen Kindern aus der Ukraine. Unterrichtet werden sie dabei sowohl von schweizerischen wie auch ukrainischen Lehrpersonen. 

Die PH Luzern bietet nun nach Absprache mit der Luzerner Volksschule und der kantonalen Asylabteilung drei Veranstaltungen für Lehrerinnen und Lehrer an, die bereits in Aufnahmeklassen unterrichten. Das Ziel ist, die Lehrpersonen bei ihren momentanen Herausforderungen zu unterstützen. In den Weiterbildungen sollen die Teilnehmenden das Schweizer Schulsystem und die Aufgaben von Lehrpersonen in der Regelschule kennen lernen.

Grosse Herausforderung in der ganzen Schweiz

In allen Kantonen ist die Situation unübersichtlich. Die Priorität heisst: die Kinder so schnell wie möglich einzuschulen. Ob sie in den Regelunterricht oder in gesonderte Klassen kommen, bestimmen die Gemeinden. Gerade in Luzern sind die Kapazitäten der Regelschule oft bereits ausgeschöpft.

Die ukrainischen Aufnahmeklassen funktionieren sehr gut. Man hat zum Glück genügend kompetente Lehrpersonen gefunden.

Vreni Völkle, Rektorin Volksschule Stadt Luzern

Daher gibt es im Kanton Luzern rund 20 Aufnahmeklassen – zehn davon in der Stadt Luzern, die darin besonders mehrere Vorteile sieht. Erstens konnten die ukrainischen Lehrpersonen bereits eine Arbeit aufnehmen und zusätzlich sollen die ukrainischen Kinder und Jugendlichen möglichst wenige schulische Lücken erhalten und so viel Deutsch lernen wie möglich, aber auch in Mathematik, Sport und Musik unterrichtet werden. Die Hoffnung besteht, dass sie in Zukunft wieder in ihre Heimat zurückkehren können und ihre Ausbildung geregelt weiterführen können. Bis Ende Jahr aber bleiben in der Stadt die Klassen bestehen, dann würde überprüft, falls nötig, ob die Deutschkenntnisse ausreichen, um die Kinder in Regelklassen einzugliedern.

Die Kosten für die Ausbildung übernimmt die PH Luzern

Die erste von drei Informationsveranstaltungen für die Lehrpersonen hat bereits stattgefunden und ist  erfolgreich verlaufen, meint die Projektleiterin der PH Luzern. Sehr gut ausgebildete, ukrainische Lehrerinnen hätten teilgenommen und seien motiviert und dankbar, dass sie nun das Schweizer Bildungssystem kennen lernen. Es sei für den Unterricht wichtig, dass diese Lehrpersonen das Schweizer Schulsystem gut verstehen. Gerade der duale Bildungsweg, also dass in der Schweiz die Jugendlichen während der Lehre einerseits eine Grundausbildung in einem Betrieb erhalten und andererseits eine Berufsschule besuchen, ist weltweit einmalig und für Ukrainer und Ukrainerinnen oft noch unbekannt.

Die Kosten für die Ausbildung trägt die Pädagogische Hochschule Luzern selbst. Das Pilotprojekt wird als Weiterbildung erachtet, denn dadurch kann auch die PH Erfahrungen sammeln und in die zukünftige Ausbildung einfliessen lassen.

Die Zukunft für ukrainische Schulkinder bleibt ungewiss und die Situation wandelt sich ständig. Die Volksschulen versuchen daher, viele verschiedene Angebote zu entwickeln, damit alle die Möglichkeit auf gute Bildung erhalten.

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