Aktualisiert 11.12.2008 17:15

NationalratUlrich Schlüer rutscht für Maurer nach

Vergangenes Jahr wählte das Volk SVP-Rechtsaussen Ulrich Schlüer überraschend ab. Nun ist er durch die Hintertür zurück im Bundeshaus - als Ersatzmann von Bundesrat Maurer.

von
Adrian Müller

Ueli Schlüer für Ueli Maurer: Der SVP-Hardliner und Mitinitiant der Anti-Minarett-Initiative kehrt nach einem Jahr Absenz in den Nationalrat zurück. Als erster Ersatz erbt er den Sitz von Bundesrat Maurer. Nach einem Tag Bedenkfrist hat sich Schlüer entschieden, das Amt anzutreten, wie er in einer Mitteilung schreibt. Noch vor kurzem tönte es anders: «Für mich ist klar, das Kapitel Bern ist abgeschlossen», hatte er nach seiner Abwahl bei den Nationalratswahlen 2007 noch erklärt

Der 64-jährige Vater von vier Kindern ist topmotiviert und fühlt sich bereit für die Rückkehr unter die Bundeshauskuppel: «Mein letzter medizinischer Check war gut», sagte er heute auf Anfrage von 20 Minuten Online. Er werde im gleichen Stil politisieren wie bisher, sagte Schlüer.

Kontakte mit Nationalisten

Während seiner ersten Amtszeit als Nationalrat deckte Schlüer insbesondere in der Ausländerpolitik den äussersten Rand der SVP ab - und überschritt ihn bisweilen. So präsentierte er etwa im 2004 eine Pseudostatistik, nach deren Logik der Anteil Muslime in der Schweiz 2050 144 Prozent der Gesamtbevölkerung betragen würde. Weiter pflegte Schlüer, einst Sekretär des ultrakonservativen James Schwarzenbach, Kontakte zu rechtsnationalen Kreisen in Deutschland und Österreich.

Hans Egloff hat das Nachsehen

Falls Schlüer wider Erwarten verzichtet hätte, wäre der Zürcher SVP-Kantonsrat Hans Egloff zum Handkuss gekommen. «Ich habe 2007 einen engagierten Wahlkampf geführt, ich möchte nach wie vor Nationalrat werden», sagte Egloff auf Anfrage. Das Vorstandsmitglied des Schweizerischen Hauseigentümerverbands HEV möchte sich in Bern insbesondere für Immobilienbesitzer einsetzen: «Die sind in Bern momentan nicht vertreten», stellt Egloff fest. Weiter sieht er sich als Vertreter des Limmattals, welches seit Jahren keinen Parlamentarier mehr stellte.

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