Israel: Ultraorthodoxe machen Krawall gegen Wehrpflicht

Aktualisiert

IsraelUltraorthodoxe machen Krawall gegen Wehrpflicht

Die Mitte-rechts-Regierung von Benjamin Netanjahu strebt eine allgemeine Wehrpflicht an. Männer und Frauen sollen eingezogen werden. Die Ultraorthodoxen wehren sich in Jerusalem mit Händen und Füssen dagegen.

Polizisten in Jerusalem gehen gegen Ultraorthodoxe vor.

Polizisten in Jerusalem gehen gegen Ultraorthodoxe vor.

Tausende ultraorthodoxe Juden haben in Israel gegen ein mögliches Ende ihrer Befreiung vom Militärdienst demonstriert. Mindestens 30'000 ultraorthodoxe Demonstranten versammelten sich nach Polizeiangaben am Donnerstagabend vor dem Rekrutierungsbüro der Armee in Jerusalem.

Dabei seien Polizisten mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen worden. Die Teilnehmer beteten und riefen Slogans wie «Die Tora steht über allem». Mehrere Polizisten und Demonstranten seien verletzt, acht der strengreligiösen Demonstranten festgenommen worden, berichtete die Nachrichtenseite «ynet». Die Polizei nahm mindestens fünf Demonstranten fest.

Studium hat oberste Priorität

Die Mitte-rechts-Regierung von Benjamin Netanjahu strebt eine allgemeine Wehrpflicht an und will auch mehr ultraorthodoxe Männer einziehen, die sich bisher dem obligatorischen Wehrdienst entziehen konnten. Männer müssen einen dreijährigen Militärdienst leisten, Frauen werden für zwei Jahre eingezogen.

Derzeit werden verschiedene Vorschläge diskutiert, sie zumindest zu einem Zivildienst zu verpflichten. Ultraorthodoxe Rabbiner lehnen dies mit dem Argument ab, ihre religiösen Studien hätten oberste Priorität.

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