Steve Bannon : Ultrarechter Provokateur wird Trumps Chef-Stratege
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Steve Bannon Ultrarechter Provokateur wird Trumps Chef-Stratege

Seinen Wahlerfolg hat Donald Trump auch seinem Kampagnenchef Steve Bannon zu verdanken. Nun soll er Chefstratege im Weissen Haus werden.

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Steve Bannon stiess erst im August zur Trump-Kampagne, als der Milliardär zum bereits zweiten Mal sein Kampagnen-Management auswechselt. Der Ex-Chef von Breitbart News hat grossen Anteil am Wahlsieg des New Yorkers und wird nun eine zentrale Rolle in der Trump-Regierung spielen.

Steve Bannon stiess erst im August zur Trump-Kampagne, als der Milliardär zum bereits zweiten Mal sein Kampagnen-Management auswechselt. Der Ex-Chef von Breitbart News hat grossen Anteil am Wahlsieg des New Yorkers und wird nun eine zentrale Rolle in der Trump-Regierung spielen.

AFP/Drew Angerer
Die offiziell mächtigste Position des Stabschefs im Weissen Haus wird zwar der republikanische Parteichef Reince Priebus übernehmen, Trump hat aber bereits gesagt, dass Bannon und Priebus auf der gleichen Stufe stehen werden.

Die offiziell mächtigste Position des Stabschefs im Weissen Haus wird zwar der republikanische Parteichef Reince Priebus übernehmen, Trump hat aber bereits gesagt, dass Bannon und Priebus auf der gleichen Stufe stehen werden.

AP/Matt Rourke
Trump und Preibus feiern den Wahlsieg in der Nacht vom 8. auf den 9. November.

Trump und Preibus feiern den Wahlsieg in der Nacht vom 8. auf den 9. November.

AFP/jim Watson

Steve Bannon gilt in den USA als Galionsfigur der extremen Rechten, als ein Profi-Provokateur. Lange gefiel er sich in der Rolle des Aussenseiters, der das Establishment aufs Korn nimmt. Doch nun landet der Medienmogul selbst im Zentrum der Macht. Donald Trump will Bannon als Chefstrategen und ranghohen Berater mit ins Weisse Haus nehmen. Den Topjob am Regierungssitz – den Posten des Stabschef – bekam zwar dann doch nicht er, sondern Reince Priebus, der Parteichef der Republikaner.

Doch stellte der designierte Präsident klar, dass Priebus und Bannon auf Augenhöhe agieren werden. Und Bannon Beförderung zeigt auf, dass Trump vom Nimbus des Polit-Outsiders auch beim Zusammenstellen seines Kabinetts nicht lassen möchte.

Bannon verschärfte Trumps Populismus

Bannon stiess relativ spät zum Lager Trumps, erst im August, nachdem der Kandidat sein mittlerweile zweites Wahlkampfteam ausgetauscht hatte. Rasch arbeitete sich der 62-Jährige in den innersten Zirkel vor, reiste oft mit dem Kandidaten durchs Land. Bannon passte dessen Botschaft an, legte Trumps Fokus auf noch mehr Populismus und eine noch entschiedenere Abgrenzung vom Washingtoner Establishment.

Vorher war Bannon Chef bei «Breitbart News», einer ultrakonservativen Nachrichtenwebseite, die der Führung der Republikaner den Krieg erklärt hat. Auf dem Kieker hatte Bannon vor allem den Vorsitzendes des Repräsentantenhauses, Paul Ryan. Also jener Ryan, mit dem Trump nun zusammenarbeiten muss, wenn er seine Agenda vom Kongress absegnen lassen will.

Unter seiner Ägide blies «Breitbart News» jedoch nicht nur gegen das Establishment, sondern verbreitete stramm nationalistische Inhalte. Die Webseite gilt zudem als führendes Sprachrohr der sogenannten «Alt-Rechten», eine Bewegung, die Weisse anderen Ethnien für überlegen hält, gegen Multikulturalismus und für «westliche Werte» eintritt.

«Breitbart News» hat eine Vorliebe für umstrittene Schlagzeilen mit hoher Klick-Garantie. Dazu steht eine Zeile, in der der konservative Kommentator Bill Kristol als ein «Republikanischer Spielverderber, abtrünniger Jude» bezeichnet wurde. Eine andere Schlagzeile fragte Leser: «Hätten Sie es lieber, dass ihr Kind Feminismus oder Krebs hat?» Eine weitere lautet: «Geburtenkontrolle macht Frauen unattraktiv und verrückt».

Leni Riefenstahl der Tea-Party-Bewegung

Seine Karriere startete Harvard-Absolvent Bannon als Investmentbanker bei Goldman Sachs. Später schlug er aus einem Deal innerhalb der Unterhaltungsindustrie Kapital, der ihm an einen Anteil an den Lizenzgebühren der Sitcom «Seinfeld» sicherte. Im Anschluss gründete er die Nonprofit-Organisation GAI mit, deren Ziel es ist, Korruption und «Kumpanei-Kapitalismus» aufzudecken. Zudem produzierte Bannon eine Reihe von Filmen zu Ehren von Alaskas Exgouverneurin Sarah Palin, der Tea-Party-Bewegung und Ronald Reagan.

Der Gründer von «Breitbart News», der verstorbene Andrew Breitbart, habe Bannon einst bewundernd die Leni Riefenstahl der Tea Party genannt, heisst es in einem Porträt in der «Bloomberg Businessweek.»

Die Demokraten zeigten sich indes entsetzt über Bannons Beförderung. «Es ist leicht zu verstehen, warum der Ku-Klux-Klan Trump als seinen Helden ansieht, wenn Trump einen der führenden Vertreter von Ideologien weisser Überlegenheit und Rhetorik zu seinem Top-Berater ernennt», kritisierte Adam Jentleson, der Sprecher des demokratischen Minderheitsführers im Senat, Harry Reid.

Auch einige Republikanern zeigten sich besorgt. John Weaver, ein Stratege von Ex-Präsidentschaftsbewerber John Kasich, twitterte: «Die rassistische, faschistische, extremistische Rechte ist nur ein paar Schritte vom Oval Office repräsentiert. Sei sehr wachsam, Amerika.» (sda)

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