Point de Presse - «Omikron kann zu kritischen Personalausfällen führen»

Point de Presse«Omikron kann zu kritischen Personalausfällen führen»

Am Dienstagnachmittag informieren die Expertinnen und Experten des Bundes zur aktuellen epidemiologischen Lage in der Schweiz.

von
Newsdesk

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Dienstag, 04.01.2022

Zusammenfassung der Medienkonferenz

  • Zur Lage: Die Ausbreitung von Omikron schreitet rasch voran. Die Daten, die dem BAG vorliegen, zeigen, dass Omikron die vorherrschende Variante ist.

  • Bei den Corona-Tests habe die Positivitätsrate extrem zugenommen, so Mathys. «Es ist anzunehmen, dass die Dunkelziffer noch höher ist.»

  • «Es ist wichtig, dass wir nun wirklich die Kontakte einschränken. Ansonsten kann Omikron zu kritischen Personalausfällen führen.» Der Booster sei wirksam gegen neue Virusmutanten.

  • «Lüften schützt nicht vor einer Ansteckung durch Tröpfchenübertragung», so Di Gallo. Es sei wichtig, dass an den Schulen eine Maske getragen werde.

  • Di Gallo spricht sich grundsätzlich für eine Kinderimpfung aus. «Es muss jedoch individuell abgewogen werden.»

Die Pressekonferenz ist beendet

Das wars von unserer Seite. In Kürze folgt hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte. Danke fürs Mitlesen.

FFP2-Masken für Kinder?

Auf dem Podium der Beteiligten Experten und Expertinnen haben zwei Personen eine FFP2-Maske an. Ein Journalist möchte wissen, was für Kinder empfohlen wird. «Bei Kindern reicht eine chirurgische Maske. Denn die FFP2-Masken sind auch unangenehmer», so Di Gallo.

Könnte es eine Herdenimmunität geben?

Ein Journalist wirft die Frage der Herdenimmunität in den Raum. Mathys vom BAG: «Das könnte theoretisch ein Weg sein. Jedoch ist die immens schnelle Ausbreitung von Omikron das Problem. Diese lässt sich nicht kontrollieren.»

Sind Grossanlässe ein Risiko?

Wengen, Adelboden, die Eishockey-Saison und die Fussball-Rückrunde stehen vor der Türe. Sind diese Anlässe nicht ein zu grosses Risiko, fragt ein Journalist. Mathys: «Es gibt keine Veranstaltung, von der ein Null-Prozent-Risiko ausgeht. Zurzeit kann ich Ihnen nicht sagen, was das Beste ist.» Mathys möchte jedoch selbst auch, dass solche Veranstaltungen stattfinden können. Und zwar mit Publikum.

Sind die Antigen- und Selbsttests sicher?

Es wird gesagt, dass Selbst- und Antigentests bei der Omikron-Variante weniger zuverlässig sind. Samia Hurst dazu: «Es ist schon so, dass die Tests weniger sensitiv sind bei der Omikron-Variante.» Es sei jedoch immer noch besser, mit diesen Testvarianten zu testen, als gar nicht.

Booster auch für Teenager?

Ein Journalist möchte wissen, ob man Teenager in puncto Booster anders behandle als Erwachsene. Di Gallo: «Ich bin kein Virologe. Ich kann ihnen diese Antwort nicht geben.» Man werde die Antwort aber noch nachliefern.

Omikron mehr Problem für Wirtschaft wie für Medizin?

Ob es möglich sei, dass der wirtschaftliche Faktor bei Omikron höher wiege als der medizinische, möchte ein Journalist wissen. «Es ist so, dass aufgrund der vielen Personalausfälle viele Firmen und Unternehmen weniger Personal haben», so Mathys. Samia Hurst betonte aber auch, dass wir den medizinischen Teil nie loswerden.

Gibt es weitere Massnahmen?

Jemand von den Medienschaffenden möchte wissen, ob es mögliche weitere Schliessungen geben könnte. «Wenn dann in Innenräumen wo keine Maske getragen werden kann. Das muss man aber erst anschauen», so Samia Hurst.

Jetzt beginnt die Fragerunde

Ein Journalist möchte wissen, ob es positiv sei, dass zurzeit die Einlieferungen in Spitäler stabil seien. «Die Zahlen werden ziemlich sicher wieder erneut steigen. Diese sind mit einer Verzögerung zu betrachten», so Mathys.

Kinderimpfung

Di Gallo spricht sich grundsätzlich für eine Kinderimpfung aus. «Es muss jedoch individuell abgewogen werden.»

Lüften verhindert keine Übertragung

Es wird immer noch um die Schutzmassnahmen an den Schulen gesprochen. «Lüften schützt nicht vor einer Ansteckung durch Tröpfchenübertragung,» so Di Gallo. Es sei wichtig, dass an den Schulen eine Maske getragen werde.

Konsequent an Massnahmen halten

Di Gallo unterstreicht noch einmal, dass in den Schulen gewisse Massnahmen stark einzuhalten seien. «Konsequentes Lüften, Tragen einer Maske, regelmässige und wiederholende Tests. Alle diese Massnahmen müssen nun durchgeführt werden.» Es wäre von Vorteil, wenn man sogar bis zu drei Mal in der Woche testen würde.

Verhinderung von Schulschliessungen oberste Priorität

Nun spricht Alain Di Gallo, National COVID-19 Science Task Force: «Die Kinder werden stark von der Omikron-Welle betroffen sein, da sie noch nicht geimpft sind.» Da die Ferien nun vorbei seien und die Kinder wieder in die Schule zurückkehren würden, rücken wichtige Fragen in den Vordergrund, so Di Gallo. «Es gilt es zu vermeiden, die Schulen zu schliessen.»

20min/Simon Glauser

Omikron kann zu kritischen Personalausfällen führen

Nun spricht die Vize-Präsidentin der Taskforce, Samia Hurst: «Es ist wichtig, dass wir nun wirklich die Kontakte einschränken. Ansonsten kann Omikron zu kritischen Personalausfällen führen.» Der Booster sei wirksam gegen die neue Virusmutanten.

20min/Simon Glauser

Auswirkung in den Spitälern merkbar

Jetzt redet Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS: «Die Spitäler merken immer mehr, dass ihr eigenes Personal, welches sich mit Covid infiziert hat, selbst in Quarantäne ist.»

So sei die Belastungsgrenze für das Pflegepersonal noch tiefer. Hier werde jedoch die Armee aushelfen. «Die Ressourcen werden bereitgestellt und eingesetzt.»

20min/Simon Glauser

Engagement von allen

«Um Omikron einzudämmen, braucht es noch einmal das Engagement von uns allen», so Mathys. Er wisse, dass wir dies nicht mehr hören mögen, es sei jedoch wirklich nötig, um die anrollende Omikron-Welle zu stoppen.

Positivitätsrate sehr hoch

Bei den Corona-Tests habe die Positivitätsrate extrem zugenommen, so Mathys. «Es ist anzunehmen, dass die Dunkelziffer noch höher ist.»

Tägliche Neuinfektionen nehmen zu

Die Zahlen vom Montag haben das erste Mal die 20'000-Grenze überschritten. Die Schweiz gehört im Bezug zu den Inzidenzen zur negativen Spitze in Europa. Etwa zwei Drittel aller Fälle sind auf Omikron zurückzuführen. Die Belastung der Spitäler auf den Intensivstationen hat nicht abgenommen.

«Es ist davon auszugehen, dass die Fälle die zu einer Spitaleinlieferung führen, wieder zunehmen werden», so Mathys.

Falsche Zahlen

Das BAG hat gestern die Zahlen von Freitag bis Samstag veröffentlicht. Weil letzten Freitag Silvester war, hat das BAG nur die Zahlen vom Donnerstag veröffentlicht. Das BAG entschuldigt sich für diesen Fehler. Umgehend sind die fehlenden Zahlen aber nachgeliefert worden. «In den kommenden Wochen wird so ein Fehler nicht noch einmal passieren, da keine Feiertage anstehen», so Mathys.

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