Corona-Experten live«66'000 Impfungen wurden in der Schweiz verabreicht»

Einen Tag nachdem der Bundesrat den Lockdown beschlossen hat, informieren die Experten des Bundes. 20 Minuten berichtet ab 15 Uhr live.

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Donnerstag, 14.1.2021

Das Wichtigste in Kürze

  • Trotz leicht sinkender Zahlen alarmieren die aufgetretenen Mutationen die Experten. Wichtig sei nicht zuzuwarten, sondern jetzt zu handeln. Derzeit seien bereits 120 Fälle von Mutationen registriert worden.

  • Für die Wirtschaft ist die Pandemie sehr belastend. Härtefallkompensationen sollten von einer Mehrheit der Kantone bereits diesen Monat ausbezahlt werden.

  • Laut BAG wurden bislang 66'000 Impfdosen von Biontech/Pfizer verabreicht. Weitere Zahlen werden nächste Woche veröffentlicht.

  • Der Bund ist mit ausreichend Masken ausgestattet. Ein Mangel, wie im Frühling, sei nicht zu befürchten.

  • Die psychologische Belastung der Pandemie spüre die Bevölkerung. Man müsse auf sich achten und Wege finden, damit umzugehen.

  • Massnahmen für Volksschulen sowie Reiseverbote seien derzeit nicht geplant.

Point de Presse ist beendet

Danke fürs Mitlesen. Der nächste Point de Presse ist für nächsten Dienstag angesetzt.

Wie viele Virusstämme kursieren weltweit?

Die Gefährlichkeit eines neuen Stammes könne man am Anfang nicht konkret definieren, man könne aber Hypothesen aufstellen und versuchen Prognosen zu stellen. Man rechne damit, dass ein einstelliger Prozent-Bereich der Infektionen die Mutationen aufweisen.

Hat es genug FFP2-Masken?

Der Markt sei nicht ausgetrocknet, so Mathys. 3,2 Millionen Masken habe der Bund zurzeit. Weitere 4 Millionen werden beschafft.

Wird es ein Reiseverbot geben?

Damit rechne man nicht. Die Mobilität sollte aber eingeschränkt werden, so Mathys. «In Bern einkaufen zu gehen, ist momentan fast gefährlicher als auf die Malediven zu reisen.»

Wie lange schützt die Impfung?

Man wisse es schlichtweg nicht, da man noch keine Langezeitstudien zu den Impfungen gemacht hat, so Kronig.

Können Corona-Infizierte sich impfen lassen?

Laut Kronig empfiehlt man zurzeit, dass man sich erst danach impfen lässt.

Massnahmen für Volksschulen

Zurzeit sind keine geplant. Man müsse aber darauf vorbereitet sein, so Ackermann.

Welchen Effekt verspricht man sich von der Homeofficepflicht?

Werden Arbeitgeber auch kontrolliert?, will ein Journalist wissen. Arbeitgeber seien verpflichtet, dies umzusetzen, so Jakob. «Verhältnismässiger Aufwand» lasse Spielraum bei den Arbeitgebern. Man habe aber im März gesehen, dass 50 Prozent der Arbeitsplätze nach Hause verlegt werden konnten. Kontrollieren sei teils schwierig, dasselbe gelte für die 5-Personen-Regel. Bussen werde es vorerst keine geben.

Wie schlimm sind die Auswirkungen auf die Psyche?

«Es genügelet halt», so Mathys. «Ich habe auch keine Lust mehr. Meine Eltern fehlen mir.» Die sozialen Kontakte werde man in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten nicht auf das ursprüngliche Niveau zurückbringen können. Er rät halt in den Wald spazieren zu gehen.

Warum dürfen Blumenläden offen bleiben und Büchereien nicht?

Aus epidemiologischer Sicht gebe es keine Daten, die dies erklären, so Mathys. Mike Schüpbach vom BAG sagt: «Es ist ein Kompromiss.» Man habe sich mit den Kantonen und Verbänden abgesprochen, was man zulassen solle und was nicht.

Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass die britische Mutation sich ausbreiten wird?

Der schnelle Anstieg, der auf der Grafik der Taskforce zu sehen war, ist ein Szenario. Diese könne man gemeinsam verhindert, sagt Ackermann. Auch mit verhäuftem Impfen könne ein solches Szenario abgewendet werden.

Schützen FFP2-Masken besser vor den Mutationen?

Man müsse dies zuerst anschauen, so Mathys. Bislang habe man keine statistischen Auswertungen dazu, ob diese einen besseren Schutz für die Bevölkerung bieten. Für Personen, die bereits jetzt das Tragen einer Maske als unangenehm empfinden, sei der Umstieg auf FFP2-Masken eine grosse Umstellung. Es sei auch mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Wie geht es mit der Wirtschaft weiter?

Es werde wieder vermehrt Kurzarbeit geben, und auch die Arbeitslosigkeit werde voraussichtlich zunehmen, so Bütler. Der weitere Verlauf der Wirtschaft sei stark abhängig, wie schnell man nun impfen kann und die Situation wieder in den Griff bekommen könne.

Fragerunde ist eröffnet

Journalisten stellen ihre Fragen. Was ist mit den japanischen oder brasilianischen Mutationen, werden diese bald in der Schweiz sein? Man müsse schauen, wie die Impfungen gegen diese Varianten wirken, so Ackermann.

Impfung

Nora Kronig, Vizedirektorin, Leiterin Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit BAG, hat das Wort. 66'000 Impfungen von Biontech/Pfizer habe man bereits verabreichen können.

Tourismusbetriebe

Situation für touristische Betriebe ist prekär, es sei jedoch ein Lichtblick, dass Wintersportgebiete noch offen bleiben dürfen.

Entschädigungen für Betriebe

Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung SECO, spricht zu den Entschädigungen für Härtefälle. Zwei Drittel der Kantone sind bereit, bereits im Januar die ersten Entschädigungen auszuzahlen. «Die Kantone geben Gas», so Jakob.

Kontakte und Mobiliät

Kontakte und Mobilität auf Minimum zu reduzieren ist das Gebot der Stunde, so Ackermann.

Jetzt handeln, nicht zuwarten

Der Anteil der britischen Variante sei zurzeit noch nicht spürbar, doch werde sich diese voraussichtlich ab Februar, März vermehrt ausbreiten. Darum müsse man jetzt die nötigen Massnahmen umsetzen. Ackermann: Müssen damit rechnen, dass die neue Virus-Variante ab Februar mehr Fälle verursacht, als die bisherige Variante.