3 Partien parallel: Vier Schweizer Clubs laden zum grossen Millionen-Tanz im Europacup

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3 Partien parallelVier Schweizer Clubs laden zum grossen Millionen-Tanz im Europacup

Der FC Zürich, FC Basel, FC Lugano und die Young Boys kämpfen am Donnerstagabend auf europäischer Bühne um viel Geld. Den Tessinern kommt die heikelste Aufgabe zuteil. 

von
Adrian Hunziker

Zuletzt verlor der FCZ in der Meisterschaft auch gegen Sion. 

blue

Darum gehts

  • Der FCZ und YB sind mit einem Bein bereits eine Runde weiter. 

  • Der FCB muss eine Niederlage wettmachen. 

  • Luganos Spiel in Israel verkommt wegen des Krieges zur Gratwanderung. 

Gleich vier Schweizer Clubs spielen am Donnerstag um das Weiterkommen auf europäischer Bühne. Für den FC Zürich und die Berner Young Boys werden sich die Rückspiele wohl einfacher gestalten, da sie einen Sieg im Rücken haben. Der FC Basel und der FC Lugano hingegen müssen eine Niederlage wettmachen. Der FCB, der FCZ und Lugano spielen alle um 19 Uhr (wir berichten live in einem Konferenzticker), YB nimmt die Aufgabe ab 21 Uhr (ebenfalls im Liveticker) in Angriff. Das sind die Ausgangslagen.

FCZ – Linfield: Hinspiel 2:0 – Weiterkommen ist Pflicht

In sieben Saisonspielen hat der FC Zürich erst eines gewonnen – eben jenes in Belfast. Dank dieses Sieges steht der FCZ mit einem Bein in den Europa-League-Playoffs. Das weiss Trainer Franco Foda. Er weiss aber auch, dass nach dem 2:0 im Hinspiel erst die Hälfte der Arbeit getan ist. «Linfield wird heute alles geben, die Nordiren haben am Wochenende viele Spieler geschont, sie rechnen sich etwas aus», warnt der Deutsche vor dem Rückspiel. Antonio Marchesano sagt, man habe es in den eigenen Händen. «Die Stimmung ist gut, wir hatten einen schwierigen Start, nun wollen wir unbedingt eine Runde weiterkommen», so der Mittelfeld-Motor. 

Verlieren die Zürcher im Letzigrund gegen die Nordiren nicht, stehen sie definitiv in der Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs. In den Playoffs wäre das schottische Team von Heart of Midlothian der letzte Gegner. Sollte sich der FCZ durchsetzen, spielt er in der Europa League, es winken 3,5 Millionen Franken Startgage. Verlieren die Zürcher, dürfen sie immerhin an der Conference League teilnehmen, das bringt 2,9 Millionen Franken ein. Wenn der FCZ wider Erwarten gegen Linfield scheitern sollte, würde er in den Conference-League-Playoffs entweder gegen Rigas FS (Lettland) oder Hibernians (Malta) bestehen müssen – beides mehr als machbare Aufgaben. 

Basel – Bröndby: Hinspiel 0:1 – Weiterkommen ist machbar

Dem FCB stellt sich gegen die Kopenhagener keine einfache Aufgabe: Das Hinspiel ging auch wegen eines Penalty-Klaus knapp verloren. Dan Ndoye wurde in der Schlussphase ein Versuch vom Punkt verwehrt, der Ausgleich gelang trotz kämpferischer Leistung nicht.

Ndoye erhielt hier keinen Penalty. 

SRF

Nun stehen die Basler unter Druck, bei einem Ausscheiden gehen Rotblau 4,2 Millionen Franken flöten. Obwohl sich Trainer Alex Frei der Wichtigkeit des Spiels bewusst ist, will der 43-Jährige nicht über Zahlen reden. «Ich bin Trainer und nicht Finanzchef.» Sollte sich der FCB gegen die Dänen doch durchsetzen, treffen sie in den Playoffs auf ZSKA Sofia (Bulgarien) oder St. Patrick's Athletic (Irland). 

Be’er Scheva – Lugano: Hinspiel 2:0 – Weiterkommen ist schwierig

Die Tessiner haben im Rückspiel die schwierigste Aufgabe zu bewältigen, sie müssen einen 0:2-Rückstand wettmachen. Und nicht nur das: Lugano reist in ein Kriegsgebiet. In Israel dauern die gegenseitigen Angriffe mit dem Islamischen Jihad an. Für Routinier Reto Ziegler eine beunruhigende Situation. «Natürlich ist das ein grosses Thema bei uns in der Kabine», sagte der 36-Jährige auf blue. Das Spiel gegen Be’er Sheva sei zwar wichtig, doch es sei «nur» Fussball. «Das Leben und die Gesundheit sind viel wichtiger.» 

Der israelische Fussballverband stellte wegen des Krieges den Antrag, dass die Partie innerhalb des Landes verlegt wurde. Die Uefa entschied, dass das Spiel aus Sicherheitsgründen in Netanya, einer Stadt rund 30 Kilometer von Tel Aviv entfernt, ausgetragen wird. Der FC Lugano äusserte sich so dazu: «Die Uefa, der israelische Fussballverband und die beteiligten politischen Behörden haben alle notwendigen Sicherheitsgarantien gegeben.» Es stellt sich die Frage, ob die Luganesi die Gedanken um ihre Sicherheit während des Spiels beiseite schieben können. Die möglichen Verdienste von ebenfalls 4,2 Millionen Franken wie bei Basel sind in weite Ferne gerückt. 

YB – KuPS: Hinspiel 2:0 – Weiterkommen ist Pflicht

Die Berner Young Boys stehen vor einer komfortablen Lage: Sie haben das Hinspiel 2:0 gewonnen und können nun gegen das finnische Team aus Kuopio im heimischen Wankdorf antreten – das Weiterkommen sollte reine Formsache werden. Denn YB hat in sieben Saisonspielen noch nie verloren. Auch gegen die limitierte Truppe von KuPS sollte mindestens ein Unentschieden drinliegen. 

Gegen Basel gabs für YB zuletzt nur ein Remis. 

blue

In den Playoffs würde mit dem belgischen Traditionsverein Anderlecht aber ein anderer Brocken warten. Die Belgier besiegten im Hinspiel Paide Linnameeskond aus Estland ebenfalls 2:0. Auch YB würde 4,2 Millionen Franken einkassieren, sollten sie an der Conference League teilnehmen dürfen. 

Die vier Schweizer Clubs spielen heute also zusammengezählt um über 16 Millionen Franken – Siege müssen dringend her. 

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