Neuer ICE: Um Sprayer abzuhalten, lässt SBB Zug bewachen
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Neuer ICEUm Sprayer abzuhalten, lässt SBB Zug bewachen

Seit kurzem fährt ein neuer ICE-Zug der Deutschen Bahn in die Schweiz. Damit er sauber bleibt, wird er von Sicherheitspersonal bewacht.

von
ehs
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Zugpendler zwischen Basel, Zürich und Chur können seit Anfang Woche einen neuen Zug benutzen. Die Deutsche Bahn schickt seit dann den ICE der vierten Generation fahrplanmässig in die Schweiz.

Zugpendler zwischen Basel, Zürich und Chur können seit Anfang Woche einen neuen Zug benutzen. Die Deutsche Bahn schickt seit dann den ICE der vierten Generation fahrplanmässig in die Schweiz.

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Vorerst werden die Züge auf täglich zwei Verbindungen eingesetzt. Mit den neuen ICE-4-Zügen finden aber auch Fahrten zur Ausbildung des SBB-Personals statt.

Vorerst werden die Züge auf täglich zwei Verbindungen eingesetzt. Mit den neuen ICE-4-Zügen finden aber auch Fahrten zur Ausbildung des SBB-Personals statt.

Sven Hoppe
Werden die neuen ICE-Züge in der Nacht nicht gebraucht, werden sie abgestellt – und dabei von Sicherheitspersonal bewacht. Dieses soll verhindern, dass die Züge versprayt werden, wie 20 Minuten erfahren hat.

Werden die neuen ICE-Züge in der Nacht nicht gebraucht, werden sie abgestellt – und dabei von Sicherheitspersonal bewacht. Dieses soll verhindern, dass die Züge versprayt werden, wie 20 Minuten erfahren hat.

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Zugpendler zwischen Basel, Zürich und Chur können seit Anfang Woche einen neuen Zug benutzen. Die Deutsche Bahn schickt seit dann den ICE der vierten Generation fahrplanmässig in die Schweiz. Vorerst werden die Züge auf täglich zwei Verbindungen eingesetzt. Mit den neuen ICE-4-Zügen finden aber auch Fahrten zur Ausbildung des SBB-Personals statt.

Werden die neuen ICE-Züge in der Nacht nicht gebraucht, werden sie abgestellt – und dabei von Sicherheitspersonal bewacht. Dieses soll verhindern, dass die Züge versprayt werden, wie 20 Minuten von SBB-Mitarbeitern erfahren hat. Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigt das: «Bei Bedarf werden die ICE-Züge in der Schweiz bewacht, etwa an Orten mit einer aktiven Sprayerszene.» Das gelte für alle ICE-Züge, also auch die älteren Baureihen.

Aktive Sprayerszene in Zürich

Dass die Sprayerszene rund um Zürich aktiv ist, zeigt das Video, das die Zürcher Graffiti-Crew KCBR letztes Jahr veröffentlicht hat. Darin ist zu sehen, wie die maskierten Sprayerinnen sogar in einen abgestellten Speisewagen einbrechen. Im Video ist zudem zu sehen, wie sie diverse Züge rund um Zürich teils am helllichten Tag versprayen (20 Minuten berichtete).

Welche Kosten durch die Zugbewachung entstehen, teilt der Deutsche-Bahn-Sprecher nicht mit. Auch ob es sich dabei um eine Auflage der Deutschen Bahn an die SBB handelt, will die Deutsche Bahn nicht beantworten.

Kosten von 6 Millionen Franken

Deren Züge verkehren regelmässig auch auf innerschweizerischen Intercity-Linien. Umgekehrt fährt SBB-Rollmaterial auch in Deutschland. Diese Praxis wird Kilometerausgleich genannt. So wird vermieden, dass Bahnen untereinander jeden zurückgelegten Kilometer ihres Rollmaterials in Rechnung stellen müssen. Wer für Schäden durch Sprayereien oder Vandalismus aufkommen muss, wenn ein Zug im jeweiligen Land beschädigt wird, ist aber nicht klar. Die SBB will eine entsprechende Frage nicht beantworten.

Zum «intrabahnlichen Verteilschlüssel» mache die Bahn keine Angaben, sagt Sprecher Daniele Pallecchi. Auch zum Sicherungsdispositiv und dessen Kosten will die SBB nichts sagen. «Vandalismus und Graffiti sind ein stetiges und teures Problem», sagt er. Die jährlichen Aufwendungen betrügen rund sechs Millionen Franken. «Diese Kosten tragen indirekt grösstenteils die Bahnkunden.»

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