Extremsportler & Arzt: «Um zu siegen, muss man etwas in der Birne haben»
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Extremsportler & Arzt«Um zu siegen, muss man etwas in der Birne haben»

Extremer geht es kaum: Der Arzt Beat Knechtle nimmt an den härtesten Triathlons der Welt teil - und nutzt seinen eigenen Körper als Forschungsobjekt.

von
Claudia Hoffmann
Neben seinem Job als Arzt trainiert der Triathlet Beat Knechtle wöchentlich bis zu 30 Stunden.

Neben seinem Job als Arzt trainiert der Triathlet Beat Knechtle wöchentlich bis zu 30 Stunden.

Einen Marathon laufen ist für Beat Knechtle wie ein Spaziergang. Der Ausdauerathlet sucht weit grössere Herausforderungen. So absolvierte er letztes Jahr gleich zweimal einen zehnfachen Ironman: 38 Kilometer schwimmen, 1800 Kilometer Rad fahren und zehn Marathons laufen innerhalb von zehn Tagen. Bei beiden Ultra-Wettkämpfen siegte Knechtle. Sein Erfolgsrezept: «Ich gebe nie ein Rennen auf.» Selbst dann nicht, wenn er sich bei einem Sturz verletzt hat oder sein Hintern vom Velosattel blutig gescheuert ist. «Man muss leiden können und sich selbst bis an die Grenze treiben», sagt der 50-Jährige.

Seinen Körper nutzt er dabei gleichzeitig als Versuchsobjekt. Denn der Extremsportler ist auch Arzt und Wissenschaftler. An der Uni Zürich forscht er im Bereich Sportmedizin. Beobachtet er an sich während eines Rennens eine körperliche Veränderung, nimmt er diese häufig als Anlass für eine wissenschaftliche Studie. Zudem analysiert er Wettkampfresultate von Ausdauersportlern. So hat er unter anderem eine Formel entwickelt, mit der man bei einem Ironman und anderen Ausdauerwettkämpfen seine persönliche Bestzeit im Voraus berechnen kann.

Die Erkenntnisse aus seiner Forschung baut Knechtle auch in das eigene Training ein, um seine Leistung weiter zu verbessern. «Nur wenn man auch etwas in der Birne hat, kann man als Sportler erfolgreich sein», ist er überzeugt. Mit den Höchstleistungen ist für ihn trotz seines Alters noch lange nicht Schluss. Sein nächstes Ziel: der Dreifach-Ultratriathlon im Oktober in Virginia (USA).

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

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