Aktualisiert 27.01.2011 19:38

ZürichUmfahrungs-Strasse noch nicht vom Tisch

Zur umstrittenen Strasse durch die Moorlandschaft bei Neerach ist noch nicht das letzte Wort gesprochen: Der Kanton will nun noch einmal mit den betroffenen Gemeinden das Gespräch suchen, um eventuell doch noch eine Umfahrungsstrasse zu bauen.

Vertreter der Gemeinden Höri, Neerach und Niederglatt hätten ihre Bereitschaft bekundet, mit dem Kanton Gespräche zu führen. Dies schreibt der Regierungsrat in einer Motions-Antwort, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Der Richtplan aus dem Jahr 2007, der eine Umfahrungsstrasse um das geschützte Moor vorschreibt, könnte dereinst also doch noch eingehalten werden.

Das Zürcher Amt für Verkehr teilte im vergangenen Juni mit, dass es die baufällige Strasse quer durch das geschützte Moor nicht aufheben und durch eine Umfahrungsstrasse ersetzen wolle, sondern sanieren werde.

Grund seien die hohen Kosten für eine neue Strasse und die Beeinträchtigung der umliegenden Gemeinden. Höri, Neerach und Niederglatt lehnten die Umfahrungsstrasse ab, weil sie Nachteile für ihre Ortschaften befürchteten und die Umfahrung einzig dem Moorschutz diene.

Empörung bei Naturschützern

Bei Naturschützern löste der Entscheid Empörung aus. Eine Mehrheit der Kommission für Planung und Bau (KPB) war der selben Meinung und forderte von der Volkswirtschaftsdirektion, die Umfahrungsstrasse wie im Richtplan verankert zu realisieren.

Allzuviel verspricht die Regierung in ihrer Antwort allerdings nicht: Bevor die Planungsarbeiten wieder an die Hand genommen und Gespräche mit den Gemeinden geführt würden, müssten noch offene Fragen geklärt werden.

Denn auch die vorgeschlagene Umfahrungsstrasse liege noch in der Moorlandschaft, schreibt der Regierungsrat. Es bestehe somit die Gefahr, dass sich ein dem Moorschutz dienendes Strassenprojekt als rechtswidrig erweise, weil es dem Moorlandschaftsschutz widerspreche. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.