Umfrage: Keine Angst vor Lawinen
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Umfrage: Keine Angst vor Lawinen

Alpine Risiken sind für Freerider und Tourengeher kein Hinderungsgrund. Zwei Drittel der Fahrer verlässt gelegentlich die markierten Pisten. Und jeder Sechste ist dabei schon einmal in eine äusserst heikle Situation geraten. Das ist das Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage von 20minuten.ch.

Bei dem Ausflug ins Gelände geht es sowohl für Skifahrer als auch für Snowboarder laut Umfrage in erster Linie um das Powder-Feeling, also um das Dahingleiten auf Pulverschnee. Doch für dieses Gefühl zahlen viele einen hohen Preis: Jeder Sechste ist beim Trip abseits der markierten Pisten schon einmal in eine brenzlige Situation geraten. Besonders heikel: Einer von zehn Verunglückten konnte sich dabei nicht mehr aus eigener Kraft befreien und musste gerettet werden.

Breite Latten, schmaler Verstand

Ebenfalls beunruhigend ist die hohe Anzahl derer, die fahrlässig handeln und keine entpsrechende Vorsorge für Tiefschneeabfahrten im ungesicherten Gelände treffen. Lediglich 40 Prozent aller «Off-Pistfahrer» tragen bei ihren Ausflügen regelmässig eine Notfallausrüstung (Lawinenverschütteten-Suchgerät, Sonde und Schaufel) bei sich.

Kommt es zu einer Lawinenverschüttung, so zählt für das Opfer jede Sekunde. Da kann eine entsprechende Notfallausrüstung wie Verschüttetensuchgerät, Sonde und Schaufel die Suche oft erheblich beschleunigen. Dennoch weiss auch Gery Baumann, Mediensprecher der Rega: «Die Zahl der mit Pieps ausgestatteten Abseitsfahrer steigt, aber es ist Wunschgedanke, dass alle Freerider entsprechendes Equipment bei sich führen.»

Auf gut Glück

Nicht weniger beunruhigend ist die Tatsache, dass die meisten nicht wissen, wie man sich im Falle eines Lawinenabgangs richtig verhält. 63 Prozent geben an, noch nie an einem Lawinenkurs teilgenommen zu haben. Selbst wenn Verschütteten-Suchsysteme die Suche erleichtern, ist es unerlässlich, solche Systeme gut zu beherrschen. Und auch das Sondieren und Ausgraben ist Übungssache. Solche Kenntnisse werden in Lawinenkursen vermittelt.

Auch auf das Wissen von Bergführern verzichten die meisten. Lediglich 13 Prozent greifen bei ihren Ausflügen ins alpine Freigelände auf die Erfahrungen von ausgebildeten Führern zurück. Eine offensichtlich wünschenswertere Alternative wäre für die Mehrheit der Befragten, dass Skigebiete Teile der Pisten nicht präparieren und mehr Hänge als gesicherte Freeride-Reviere ausweisen. Viele Skigebiete haben auf solche Forderungen in den vergangenen Jahren reagiert. Dennoch finden 59 Prozent, dass noch mehr für Tiefschneefans getan werden sollte. Insgesamt beteiligten sich 1400 Internetnutzer an der Online-Umfrage zum Abseitsfahren.

Olaf Kunz, 20minuten.ch

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