Umfragen: Merkel verliert Mehrheit
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Umfragen: Merkel verliert Mehrheit

Neun Tage vor der Bundestagswahl in Deutschland legen die Sozialdemokraten in den Umfragen weiter zu.

Auch das Polit-Barometer des ZDF-Fernsehens vom Freitag sieht die Opposition aus CDU/CSU und FDP jetzt ohne Regierungsmehrheit.

In der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen verbesserte sich die SPD binnen einer Woche um 2 Punkte auf 34 Prozent. Die CDU/CSU verlor 2 Punkte und liegt jetzt bei 41 Prozent. Die kleinen Parteien waren unverändert: FDP und Grüne bei 7 Prozent, die Linkspartei bei 8.

Damit läge eine Koalition aus CDU/CSU und FDP mit 48 Prozent knapp unter der Regierungsmehrheit von 48,5 Prozent. Rot-Grün plus Linkspartei kämen addiert auf 49 Prozent. Rot-Grün allein hätte 41 Prozent. Dies würde wahrscheinlich eine grosse Koalition bedeuten.

Schröder profitiert doch von Fernseh-Duell

Bei der aktuellen politischen Stimmung legte die SPD noch deutlicher zu. Nach dem Fernseh-Duell zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und seiner Herausforderin Angela Merkel verbesserte sich die SPD um 4 Punkte auf 38 Prozent, die Union verlor 2 auf 40 Prozent.

Die Grünen stiegen bei der aktuellen Stimmung um 1 Punkt auf 7 Prozent. FDP und Linkspartei verloren je 1 Punkt und liegen jetzt bei 6 beziehungsweise 7 Prozent. Die politische Stimmung kann aktuelle Trends aufzeigen, bildet aber nicht die Wahl-Entscheidung ab.

Nach dem Duell am vergangenen Sonntag hatte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1299 Wahlberechtigte befragt.

Am Donnerstag hatten bereits die Wahlforscher von Infratest Dimap und Emnid einen Aufwärtstrend für die SPD vermeldet. Infratest sah CDU/CSU und FDP ohne Mehrheit, Emnid errechnete ein Patt.

Lafontaine-Effekt?

Die der Linkspartei angehördende Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit (WASG) legte aber bei der Mitgliederzhl zu: Sie konnte diese nach eigenen seit ihrer ersten Parteitag im Mai verdoppeln. Den Grund dafür sieht der WASG-Bundesvorstand darin, dass der ehemalige SPD-Chef Oskar Lafontaine für die WASG kandidiert.

Seit Ende Mai, als Lafontaine seine Kandidatur für eine gemeinsame linke Liste mit der PDS ankündigte, hätten sich weitere 5000 Menschen der WASG angeschlossen, teilte der Vorstand mit. Die Partei habe nun 10 500 Mitglieder.

(sda)

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