Umsiedlung von Tsunami-Überlebenden hat begonnen
Aktualisiert

Umsiedlung von Tsunami-Überlebenden hat begonnen

Die indonesischen Behörden haben in der Provinz Aceh mit der Umsiedlung von 150'000 Überlebenden der Tsunami-Katastrophe begonnen.

Mehrere hundert Menschen verliessen am Dienstag mit ihrem letzten verbliebenen Hab und Gut ihre Notunterkünfte.

Die Leute wurden von Soldaten in die von der Regierung errichteten neuen Gebäude geleitet. Die Überlebenden hatten wochenlang in Zelten oder öffentlichen Gebäuden verbracht und sollen nach Behördenangaben nun bessere hygienische Bedingungen vorfinden.

Neue Wohnblöcke

Nach einer Erklärung der für die Umsiedlung zuständigen Einsatztruppe sollten am Dienstag zunächst knapp 5000 Menschen aus Banda Aceh und Aceh Besar in zehn neue Wohnblöcke gebracht werden. «Diese Wohnhäuser werden Ihnen Ihre Würde zurückgeben», sagte der Bezirkschef von Aceh Besar, Rusli Muhammad, bei der Eröffnung einer der neuen Unterkünfte.

Cut Meutia, eine 40-jährige Mutter von vier Kindern sagte nach ihrem Umzug, die neue Wohnung sei besser als die Notunterkunft. Allerdings wäre sie lieber in ihr Dorf zurückgekehrt, fügte sie hinzu.

Auch andere Betroffene sagten, sie wollten ihre eigenen zerstörten Häuser wieder aufbauen. Das Regierungsprojekt sieht vor, dass die Menschen bis zu zwei Jahre in den neuen Unterkünften bleiben. Bis Mitte März soll die Umsiedlung abgeschlossen sein.

Kritik an Aktion

Menschenrechtsgruppen hatten die staatliche Umzugsaktion heftig kritisiert. In einer gemeinsamen Stellungnahme äusserten die Organisationen Human Rights Watch und Human Rights First vergangene Woche die Sorge, die neuen Unterkünfte und die Rolle des Militärs bei der Umsiedlung könnten dazu missbraucht werden, die Menschen in der Unruheprovinz Aceh zu kontrollieren.

«Im Kontext des Krieges in Aceh kann eine militärische Präsenz in den Lagern eine Form der Einschüchterung und der missbräuchlichen Machtausübung sein», hiess es in der vergangene Woche veröffentlichten Erklärung. Der Bürgermeister von Banda Aceh, Neil Hicks, sagte hingegen, der Umzug in die neuen Behausungen sei «lediglich eine Option». Niemand werde dazu gezwungen.

In der Provinz im Norden Sumatras kämpft die Rebellenbewegung für ein freies Aceh (GAM) seit 1976 für die Unabhängigkeit von Jakarta. In dem Konflikt wurden seither mehr als 12 000 Menschen getötet.

(sda)

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