Aktualisiert 14.01.2019 20:43

Migros

Umstrittene Entlassungen auf dem Monte Generoso

Die Monte-Generoso-Bahn hat 9 Mitarbeiter entlassen. Nun kursiert ein Fake-Stelleninserat, das an die künftigen Mitarbeiter völlig übersteigerte Anforderungen stellt.

von
D. Vollenweider
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Derzeit kursiert auf Whatsapp und in den sozialen Medien ein Fake-Stelleninserat, auf dem ganz offensichtlich völlig übersteigerte Anforderungen an künftige Mitarbeiter der Monte-Generoso-Bahn gestellt werden.

Derzeit kursiert auf Whatsapp und in den sozialen Medien ein Fake-Stelleninserat, auf dem ganz offensichtlich völlig übersteigerte Anforderungen an künftige Mitarbeiter der Monte-Generoso-Bahn gestellt werden.

Leser-Reporter
So müssten diese neben Italienisch, Französisch, Deutsch und Englisch noch Sanskrit, Altgriechisch, die Blindenschrift und das Morsen beherrschen. Zudem müsste man «vertieftes Wissen in der molekulare Mikrobiologie mitbringen und eine Operation am offenen Herzen durchführen können». Des Weiteren müsse man «mindestens eine olympische Goldmedaille gewonnen haben». Als optionale Kompetenz wird im Stelleninserat dann noch das Fensterputzen angeführt. Wie ist es dazu gekommen?

So müssten diese neben Italienisch, Französisch, Deutsch und Englisch noch Sanskrit, Altgriechisch, die Blindenschrift und das Morsen beherrschen. Zudem müsste man «vertieftes Wissen in der molekulare Mikrobiologie mitbringen und eine Operation am offenen Herzen durchführen können». Des Weiteren müsse man «mindestens eine olympische Goldmedaille gewonnen haben». Als optionale Kompetenz wird im Stelleninserat dann noch das Fensterputzen angeführt. Wie ist es dazu gekommen?

Leser-Resporter
Lorenz Brügger, Mitte, Direktor der Eisenbahnen Monte Generoso entliss Ende Oktober im Zuge einer Restrukturierung neun Mitarbeiter.

Lorenz Brügger, Mitte, Direktor der Eisenbahnen Monte Generoso entliss Ende Oktober im Zuge einer Restrukturierung neun Mitarbeiter.

Pablo Gianinazzi

Derzeit macht ein Fake-Stelleninserat auf Whatsapp und in den sozialen Medien die Runde, auf dem ganz offensichtlich völlig übersteigerte Anforderungen an künftige Mitarbeiter der Monte-Generoso-Bahn gestellt werden. Beispielsweise müssten diese neben Italienisch, Französisch, Deutsch und Englisch noch Sanskrit, Altgriechisch, die Blindenschrift und das Morsen beherrschen. Zudem müsste man «vertieftes Wissen in der molekularen Mikrobiologie mitbringen und eine Operation am offenen Herzen durchführen können». Als optionale Kompetenz wird im Stelleninserat dann noch das Fensterputzen angeführt.

Wie ist es dazu gekommen? Seit Anfang 2019 sorgt die Entlassung von neun Mitarbeitern der Ferrovia Monte Generoso im Tessin für viel Aufregung. Die Bahn, zu der auch das Panorama-Restaurant Fiore di Pietra zählt, gehört dem Migros-Genossenschafts-Bund. Geschäftsführer ist seit Anfang August 2018 Lorenz Brügger.

Alle Stellen werden neu besetzt

Die Tessiner sind verärgert – nicht nur wegen der Entlassungen, sondern vor allem wegen der angeblichen Begründung für die Entlassungen. Brügger selbst will sich derzeit nicht öffentlich dazu äussern. Der neue Geschäftsführer habe Ende Oktober eine Restrukturierung eingeleitet und dies sei eine der notwendigen Massnahmen gewesen, um den Betrieb wieder auf Kurs zu bringen, sagte Viviana Carfì, Medien- und Marketingmanagerin , Anfang Januar noch zu 20 Minuti. «Wir brauchen Menschen mit anderen Fähigkeiten, sicherlich auch mit Sprachen. Wir suchen Menschen, die für einen Wandel bereit sind.» Die Mitarbeiter seien nicht aus wirtschaftlichen Gründen entlassen worden. Alle neun Stellen sollen neu besetzt werden.

Treffen mit der Gewerkschaft

Inzwischen hat sich auch die Tessiner Gewerkschaft OCST eingeschaltet. Am Dienstag wird ein Treffen zwischen der Leitung der Ferrovia Monte Generoso und der Tessiner Gewerkschaft OCST stattfinden. Die Gewerkschaft will den neun Angestellten der Monte-Generoso-Eisenbahn, die von den jüngsten Entlassungen betroffen sind, eine Stimme und Unterstützung geben. «Bis zu diesem Treffen werden wir uns nicht öffentlich äussern», sagte sowohl die Migros als auch OCST auf Anfrage zu 20 Minuten.

Der Monte Generoso hat mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen: Während im Jahr 2017 noch 125'000 Besucher die Zahnradbahn oberhalb des Luganersees nutzten, waren es 2018 nur noch rund 75'000. Das entspricht einem Rückgang von rund 40 Prozent.

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