In katholischer Kirche: Umstrittener Australier will Gläubige heilen

Aktualisiert

In katholischer KircheUmstrittener Australier will Gläubige heilen

In der katholischen Pfarrei St. Anton in Basel tritt am Sonntag der selbsternannte Heiler Alan Ames auf. Seine Praktiken sind alerdings umstritten.

von
Andrea Heeb Perrig
Alan Ames wird am Sonntag kranke Menschen heilen.

Alan Ames wird am Sonntag kranke Menschen heilen.

«Ich wurde von Gott berührt – und seit dieser Sekunde bin ich vollständig gläubig. Durch die Liebe zu Gott versuche ich, kranke Menschen zu heilen», sagt der Australier Alan Ames (58). «Alan hat die Gabe der Heilung», steht auf seiner Website. Laut seiner Mitarbeiterin Beatrix Zureich erfolgreich: «Nach einer seiner Predigten im Benediktiner-Kloster in Disentis konnte ein Junge, der an den Rollstuhl gefesselt war, wieder laufen.» Es sei nur eines von vielen Beispielen.

Am Sonntag präsentiert Ames seine Gabe in Basel. Nach Gebet, Messe und Vortrag legt er Gläubigen seine Hand in der Antoniuskirche auf die Stirn – diese stürzen dabei oft wie vom Blitz getroffen um.

«Es sind immer dieselben», so ein Mann auf Telebasel, der den Heiler schon mehrmals gesehen hat. Xaver Pfister, Medienbeauftragter der Basler römisch-katholischen Kirche, findet Alan Ames' Auftritt sehr problematisch: «Ich glaube nicht daran – das ist Gugus. Ich weiss, dass Personen nach seiner Behandlung an Angstzuständen und Panikattacken litten.» Und Religionsexperte Georg O. Schmid sagt: «Ames ist umstritten, weil er wie andere charismatische Heilungsprediger davon ausgeht, dass Heilung für gläubige Christen eigentlich der Normalfall darstellen sollte.» Damit wecke er laut Schmid «massive Heilungserwartungen», die nur zu oft enttäuscht würden.

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