Aktualisiert 25.06.2009 08:05

HondurasUmstrittener Präsident setzt Militärführung ab

In Honduras hat Präsident Manuel Zelaya, der um seine politische Zukunft kämpft, überraschend die Militärführung abgesetzt. Neben Verteidigungsminister Edmundo Orellana Mercado wurde Armeechef Vásquez Velásquez entlassen.

In der Nacht auf Donnerstag traten aus Protest dagegen kurz darauf die Chefs des Heeres, der Marine und der Luftwaffe zurück, wie das Radio in Tegucigalpa berichtete. Präsident Zelaya versucht, gegen den Willen der Opposition Verfassungsänderungen durchzusetzen, um an der Macht zu bleiben.

Zelaya will am kommenden Sonntag eine Volksbefragung über die Einsetzung einer Verfassung gebenden Versammlung abhalten. Er befahl der Polizei, Vorbereitungen zu deren Schutz zu treffen.

Medienberichten zufolge wurden in der Hauptstadt auch Einheiten der Streitkräfte gesichtet. Die Staatsanwaltschaft und das Oberste Gericht des mittelamerikanischen Landes haben das Referendum als illegal bewertet.

Zelaya war 2006 als Kandidat der konservativen Liberalen Partei zum Präsidenten von Honduras gewählt worden. Er hat mit Ausnahme der linken Gruppierungen alle politischen Kräfte, aber auch die Kirchen des Landes gegen sich aufgebracht, seit er Honduras in das von Venezuela geführte Bündnis Alba führte. Am 29. November sollen die nächsten Präsidentenwahlen abgehalten werden.

(sda)

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