18.11.2020 11:06

Rainer SchregelUmstrittener St. Galler Amtsarzt macht sich über Tod eines 101-Jährigen lustig

Rainer Schregel darf seit Oktober wieder als Amtsarzt in St. Gallen arbeiten. Auf Facebook teilt er umstrittene Inhalte. So machte er sich über den Tod eines 101-Jährigen lustig.

von
Lucas Orellano
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Rainer Schregel, hier im Gespräch auf dem Youtube-Kanal Stricker.tv, zieht gegen Coronavirus-Massnahmen vom Leder.

Rainer Schregel, hier im Gespräch auf dem Youtube-Kanal Stricker.tv, zieht gegen Coronavirus-Massnahmen vom Leder.

Youtube / Stricker.tv
Er verbreitet fragwürdige Theorien.

Er verbreitet fragwürdige Theorien.

Youtube / Stricker.tv
Er machte sich auch über den Tod eines 101-Jährigen lustig.

Er machte sich auch über den Tod eines 101-Jährigen lustig.

Youtube / Stricker.tv

Darum gehts

  • Schregel wurde im August wegen fragwürdiger Äusserungen zum Coronavirus des Amtes enthoben.

  • Der St. Galler Amtsarzt ging gerichtlich dagegen vor und darf mittlerweile wieder arbeiten.

  • Auf Facebook verbreitet er zahlreiche Theorien und machte sich auch über den Tod eines Mannes lustig.

Rainer Schregel hört nicht auf. Der St. Galler Amtsarzt war im August wegen fragwürdiger Äusserungen zum Coronavirus suspendiert worden. Widerrechtlich, wie ein Gericht im Oktober feststellte. Schregel darf somit wieder als Amtsarzt arbeiten. Die zeitweise Absetzung hat ihn aber nicht mundtot gemacht – im Gegenteil.

Obwohl er gegenüber dem «Tagblatt» versichert, er wolle einen Schlussstrich ziehen und sich nicht mehr öffentlich zur Sache äussern, stellt er in hoher Kadenz Beiträge auf Facebook. 16 sind es alleine in den letzten 24 Stunden.

Er kritisiert die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, warnt vor einer drohenden Diktatur und feiert Massnahmen-Gegner, wie beispielsweise das «Aktionsbündnis Urkantone» für eine Anti-Masken-Aktion als Helden. Verschwörungstheorien von «ferngesteuerten» und «gekauften» Politikern und Wissenschaftlern verbreitet er täglich.

Auch vor heftigem Zynismus schreckt Rainer Schregel nicht zurück. Ein Facebook-Post, in dem er sich über den Tod eines 101-jährigen Mannes lustig macht, fand seinen Weg als Screenshot auf Twitter, wo sich die User entsetzt zeigen. Und die Frage stellen, ob Schregel als Amtsarzt wirklich noch tragbar sei.

«Aus der Blüte seines Lebens wurde er gerissen. Er war voller Pläne und Hoffnung für die Zukunft. Stets umtriebig, füllte er sein Leben mit Taten und Aktionen. Die Seuche hat ihm viele Jahrzehnte des Schaffens gestohlen. Es ist so ungerecht, einen so jungen Menschen aus dem Kreis seiner gleichaltrigen Freunde zu reissen. Es wird Zeit, die Massnahmen zu verschärfen. Es ist so verantwortungslos, dass die Jugend ausstirbt», amüsierte sich Schregel.

Der Beitrag scheint sogar ihm zu weit gegangen zu sein. Mittlerweile ist er auf jeden Fall gelöscht.

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Pro Juventute, Tel. 147

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