Homo-Hasser?: Umstrittenes Reggae-Konzert geplatzt
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Homo-Hasser?Umstrittenes Reggae-Konzert geplatzt

Reggae steht eigentlich für Karibik, Kiffen und kunterbunte Partys. Nicht nur: In Zürich und Neuenburg sollte ein Reggaesänger auftreten, der gegen Homosexuelle wettert. Die Betreiber des Zürcher Jugendkulturhauses gestehen Fehler ein - ein Szenekenner nimmt den Sänger in Schutz.

(Quelle: YouTube)

Das umstrittene Dancehall-Reggae-Konzert ist geplatzt: Der jamaikanische Sänger Mavedo konnte keine Bestätigung vorlegen, dass er den «Reggae-Compassionate-Act» gegen Homosexuellen-Feindlichkeit unterzeichnet hat. «Uns war die Homo- Problematik nicht bekannt, wir waren zu naiv», gibt Dani Hilfiker, Leiter des Dynamo, unumwunden zu. Im Gegensatz zu Hip-Hop und Metal-Gruppen seien Dancehall-Reggae-Bands bis anhin nicht auf kritische Songinhalte überprüft worden.

«Absage grenzt an Rassismus»

Für den Szenekenner und MC Lukee Lava ist die Konzertabsage unsinnig: «Wenn ein deutscher Rapper ‚du Schwuchtel' singt, passiert ja auch nichts.» Zudem sei die teilweise homophobe Haltung der Jamaikaner historisch bedingt: In dem karibischen Staat ist Homosexualität gesetzlich verboten – Sex zwischen Männern wird mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft. Dass das Konzert nun verboten werde, bringe gar nichts: «Das grenzt an Rassismus und bringt die Reggae-Fans tatsächlich gegen die Homosexuellen auf», befürchtet der MC.

Der Reggae-Musiker Mavado machte bereits mehrmals durch homofeindliche Texte auf sich aufmerksam: In einem Lied singt er etwa «Battyboy (Schwuler) must die, yeahyeahyeah, lesbian must die, yeahyeahyeah.» Der Jamaikaner sollte am 14. Mai, ausgerechnet wenige Tage vor der Europride 09, eines mehrtägigen, europäischen Schwulen- und Lesbenfestes, im Zürcher Jugendkulturhaus «Dynamo» auftreten.

(am)

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