«Umverkehr» jetzt auch in Zürich
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«Umverkehr» jetzt auch in Zürich

Mit einer Aktion beim Bahnhof Wiedikon hat die Umweltorganisation «umverkehR» heute die «Städte-Initiative» in der Stadt Zürich lanciert. Sie fordert damit freie Fahrt für den Öffentlichen Verkehr (OV) sowie den Fuss- und Velo-Verkehr.

Beim Bahnhof Zürich-Wiedikon wurde ein 10 Meter langer Vorhang aufgezogen, der die stark befahrene Westtangente abdeckte und das Bild einer lebenswerten Stadt in den Vordergrund stellte, wie «umverkehR» mitteilte. Die Aktion habe zeigen wollen, dass Zürich mit der «Städte-Initiative» an Lebensqualität gewinne.

Mit der städtischen Volksinitiative will «umverkehR» in Zürich den Anteil von ÖV, Fuss- und Veloverkehr innert 10 Jahren um mindestens 10 Prozentpunkte erhöhen. Zudem sollen Hochleistungs-und Hauptstrassen nur neu oder ausgebaut werden, wenn andernorts entsprechend reduziert wird.

Kapazitäten nicht erhöhen

Die Kapazitäten des gesamten Strassennetzes dürften wegen der klimawirksamen CO2-Emissionen nicht mehr erhöht werden, hält «umverkehR» in ihrer Mitteilung fest. Neue Strassen führten zu immer mehr Verkehr und konkurrenzierten den ÖV, wie die Erfahrung der vergangenen 50 Jahre gezeigt habe.

Die «Städte-Initiative» richte sich insbesondere auch gegen den geplanten 2 bis 3 Milliarden teuren Stadttunnel, der zu einer massiven Verkehrszunahme von mehr als 20 Prozent führen werde, heisst es in der Mitteilung weiter.

Im städtischen Raum seien die Voraussetzungen für Alternativen zum Auto ideal. Zug, Velo, Tram- und Fussverkehr seien hier um ein Vielfaches effizienter als der motorisierte Individualverkehr. Die Initianten argumentieren unter anderem damit, dass die Zahl der Sitzplätze einer S-Bahn einer Autokolonne von sieben Kilometern entspreche.

Zürich hat viel Potential

Viel Potential haben laut «umverkehR» in Zürich die fehlenden Tangentialverbindungen. Wer heute mit dem ÖV vom Limmat- ins Glatttal oder vom Knonaueramt ins Limmattal gelangen wolle, müsse den Umweg über den Hauptbahnhof in Kauf nehmen.

Auch die direkten ÖV-Verbindumgen zwischen den Wachstumgsgebieten Zürich-Nord, Zürich-West und Zürich-Süd müssten verbessert werden. Zudem fehle in Zürich ein sicheres und attraktives Velewegnetz.

Unterstützt wird die Initiative von der Alternativen Liste Zürich, vom Club der Autofreien, den Grünen, Grünliberalen, Jungen Grünen, Juso, Pro Velo Zürich sowie SP und VCS. Initiativen mit dem gleichen Inhalt lancierten will umverkehR im August in Luzern, St. Gallen und Winterhur. Der Start erfolgte am 10. April in Basel.

(sda)

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