China: Umweltschützer war drei Jahre in Haft
Aktualisiert

ChinaUmweltschützer war drei Jahre in Haft

Der chinesische Umweltschützer Wu Lihong ist drei Jahre nach seiner Verurteilung wegen Erpressung wieder auf freiem Fuss.

Wu Lihong kann dei Natur wieder geniessen.

Wu Lihong kann dei Natur wieder geniessen.

Die Vorwürfe, er habe umgerechnet rund 5800 Euro von Firmen erpresst, die Chinas grössten Süsswassersee verschmutzten, seien erfunden gewesen, sagte Wu am Mittwoch. Er erhole sich seit seiner Entlassung am 12. April in seinem Haus in der Stadt Yixing. Im Gefängnis sei er durchgehend streng bewacht worden. Er habe nur 90 Sekunden Zeit bekommen, eine Mahlzeit einzunehmen und sei gezwungen worden, täglich sechs Stunden im Gefängnishof zu rennen.

Bereits nach seiner Festnahme im April 2007 sei er misshandelt worden, sagte Wu. Polizisten hätten ihn bedroht, ausgepeitscht, geschlagen und Zigaretten auf ihm ausgedrückt. Dadurch hätten sie ihn davon abhalten wollen, über die Verschmutzung des Tai-Sees durch Firmen zu berichten. Vor seiner Verhaftung hatte Wu mehr als 15 Jahre lang dem im Osten Chinas gelegenen See Wasserproben entnommen und über seinen schlechter werdenden Zustand berichtet.

Neue Pläne

Nach seiner Gefangenschaft wolle er sein Projekt, das zu seiner Verurteilung geführt hat, wieder aufnehmen und die Beschmutzung des Tai-Sees beobachten, sagte Wu. «Ich habe nichts zu befürchten. Es sind die Leute, die das Gesetz gebrochen haben, die Angst haben sollten.»

Die chinesische Regierung hat zu einem verstärkten Umweltschutz aufgerufen, begegnet unabhängigen Umweltschützern jedoch noch immer mit Skepsis. Letztere haben in jüngster Zeit mit der Verbreitung des Internets und höheren Einkommen an Einfluss gewonnen. (dapd)

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