Aktualisiert 05.10.2004 12:32

Umweltverbände wollen mitreden

Umweltverbände aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz fordern Mitsprache bei der Planung des Eisenbahnknotens Basel.

Der VCS, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Alsace Nature haben ihre gemeinsame Position dargelegt.

Bei der Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene ist der Eisenbahnknoten Basel von grosser Bedeutung. Die Infrastruktur im Raum Basel muss verbessert werden, damit die Schweiz den Lkw-Güterverkehr durch die Alpen bis 2010 wie geplant um mehr als die Hälfte zu reduzieren kann.

Die NEAT-Tunnel am Lötschberg und am Gotthard sollen 2007, beziehungsweise 2015 fertiggestellt werden. Dann sei das Schienennetz der Region Basel in seiner jetzigen Form den Anforderungen des internationalen Güterverkehrs nicht mehr gewachsen, erklärten Vertreter der Umweltverbände an einer Medienkonferenz am Dienstag in Basel.

Kritik an Bahngesellschaften

Die Umweltverbände kritisieren, wie Klaus-Peter Gussfeld vom BUND sagte, dass «die Bahngesellschaften sich bereits auf einen Schienenbypass am Hochrhein vorfestgelegt haben». Vielmehr sollten «alle sinnvollen Varianten» geprüft und vorurteilsfrei bewertet werden.

Das grenzüberschreitende Bündnis der Umweltverbände fordert daher eine «angemessene Einbindung» in den «Lenkungsausschuss für die trinationale Langfristplanung Knoten Basel», der das Problem analysieren und Lösungsvorschläge erarbeiten soll. Bislang seien die Umweltverbände zu wenig mit einbezogen worden, sagte Nicole Staub vom VCS beider Basel.

«Grenzen überwinden»

An der Medienkonferenz präsentierten die Vertreter der drei Umweltverbände ihre Kernforderungen im Bezug auf das Projekt. Es sei wichtig, dass bei der Planung «nationale Grenzen überwunden werden», sagte Gussfeld. Es dürfe kein «Hin- und Herschieben von Lasten auf Grund von persönlichen Präferenzen stattfinden».

Auch müssten überall dieselben Umweltstandards angewendet werden. Dabei sei der jeweils strengste Richtwert der drei Länder zu Grunde zu legen. Grosse Beachtung müsse auch der Lärmverminderung beigemessen werden. Nur so könne eine hohe Akzeptanz des Ausbaus erreicht werden.

Alsace Nature und der BUND lobten die Schweiz und das NEAT- Projekt als gutes Vorbild im Bestreben, den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern. Deutschland und Frankreich seien aufgefordert, diesem Vorbild zu folgen.

(sda)

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