Über 100 Tote am Samstag: UN-Beauftragter wirft Myanmars Militär «Massenmord» vor
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Über 100 Tote am SamstagUN-Beauftragter wirft Myanmars Militär «Massenmord» vor

Bei landesweiten Demonstrationen wurden in Myanmar mehr als 100 Menschen getötet. Die Vereinten Nationen werfen dem Militär Massenmord an seiner eigenen Bevölkerung vor.

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Mehr als 100 Menschen sind bei landesweiten Demonstrationen in Myanmar getötet worden. Das Militär hatte Anfang Februar gegen die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht.

Mehr als 100 Menschen sind bei landesweiten Demonstrationen in Myanmar getötet worden. Das Militär hatte Anfang Februar gegen die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht.

AFP
Unter den Todesopfern sind drei Kinder im Alter von sieben, zehn und 13 Jahren. 

Unter den Todesopfern sind drei Kinder im Alter von sieben, zehn und 13 Jahren.

Reuters
Das Töten unbewaffneter Zivilisten und Kinder sei unentschuldbar, so die Europäische Union.

Das Töten unbewaffneter Zivilisten und Kinder sei unentschuldbar, so die Europäische Union.

REUTERS/Stringer

Darum gehts

  • Der UN-Beauftragte macht Myanmars Militär für den «Massenmord» an der eigenen Bevölkerung verantwortlich.

  • 114 Menschen sind bereits getötet worden.

  • Unter den Todesopfern sind auch Kinder.

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für Menschenrechte in Myanmar, Tom Andrews, hat dem Militär des Landes «Massenmord» an seiner eigenen Bevölkerung vorgeworfen. Andrews reagierte damit in der Nacht auf Sonntag auf Berichte, wonach am Samstag mehr als 100 Menschen bei landesweiten Demonstrationen gegen das Militär getötet worden waren.

Dabei sollen Sicherheitskräfte mit scharfer Munition und gezielten Kopfschüssen gegen unbewaffnete Zivilisten, auch Kinder und medizinisches Personal, vorgegangen sein. Der US-Aussenminister Antony Blinken sprach auf Twitter von einer «Schreckensherrschaft» des Militärs.

Nach Angaben der Zeitung «Myanmar Now» sind am Samstag 114 Menschen in 44 Städten getötet worden. In den sozialen Medien werden Bilder geteilt, wonach die Sicherheitskräfte weiterhin brutal gegen den Widerstand in der Bevölkerung vorgehen sollen. Nach Medienberichten sollen Polizisten und Soldaten bei einer Beerdigung eines getöteten Studenten im südlichen Bago auf die anwesenden Trauergäste geschossen haben.

In der Handelsmetropole Yangon soll das Militär in Bezirken, in denen es immer wieder zu Protesten kommt, auf Wohngebäude geschossen haben. «Die Menschen haben jetzt Angst rauszugehen und manche sind verletzt,» sagte eine 24-jährige Anwohnerin der Deutschen Presse-Agentur.

Das Militär hatte Anfang Februar gegen die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige sitzt seither im Hausarrest und wird von der Justiz verschiedener Vergehen beschuldigt. Die Demonstranten fordern eine Wiedereinsetzung von Suu Kyis ziviler Regierung.

Die Schweiz verurteilt die Gewalt in Myanmar gegenüber Zivilisten und Kindern aufs schärfste, wie das EDA auf Twitter bekannt gab.

(DPA/lea)

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