Aktualisiert

UN-Bericht beklagt Gräueltaten im Westen Sudans

Ein UN-Bericht geht von möglichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im Sudan aus.

Ein Expertenteam habe entsprechende «beunruhigende Muster von massiven Menschenrechtsverletzungen» in der Region Darfur gefunden, heisst es in dem Bericht, der der Nachrichtenagentur AP vorlag. Die Befunde sollen der UN-Menschenrechtskommission in Genf noch in dieser Woche vorgelegt werden.

Das Team der Vereinten Nationen befragte Flüchtlinge aus Darfur, die im Nachbarland Tschad Zuflucht gesucht haben. Sie hätten mit grosser Übereinstimmung von Vergewaltigungen, von Tötungen und Bombardierungen berichtet, heisst es in dem Bericht.

Menschenrechtler beklagen seit längerem verheerende Angriffen auf die schwarzafrikanische Bevölkerung in Darfur und warnen vor einem Völkermord. Vor allem Milizionäre seien für die Gräueltaten an der Zivilbevölkerung verantwortlich. Die Regierung ermutige sie offenbar dazu, um die nicht-arabischen Bewohner aus der Region zu vertreiben, erklärten UN-Menschenrechtsexperten.

Die sudanesische Regierung weist solche Vorwürfe zurück und macht schwarzafrikanischen Rebellen in Darfur für das Blutvergiessen verantwortlich, die sich vor rund einem Jahr gegen die Streitkräfte und deren paramilitärische Anhänger erhoben. Hunderttausende Menschen sind vor der anhaltenden Gewalt aus ihren Häusern geflohen, schätzungsweise 110.000 von ihnen leben in Flüchtlingslagern in Tschad. (dapd)

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