UN-Vollversammlung würdigt Waldheim
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UN-Vollversammlung würdigt Waldheim

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat den ehemaligen UN-Generalsekretär Kurt Waldheim als einen klugen und ausdauernden Diplomaten in schwierigen Zeiten gewürdigt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Diplomaten mehrerer Staaten sprachen der Republik Österreich und der Familie Waldheims ihr Mitgefühl zum Tod des früheren Bundespräsidenten aus. Die Flagge der Vereinten Nationen vor dem New Yorker Hauptquartier wurde am Freitag auf halbmast gesetzt.

Waldheim habe die Vereinten Nationen von 1972 bis 1981 «mit Klugheit, Ausdauer und Sorgfalt» geführt, sagte Ban. «Ich zolle ihm und allen meinen Vorgängern meine Anerkennung für die Arbeit, die als unmöglichste Aufgabe der Welt bezeichnet worden ist.» Ban erinnert an die Initiativen Waldheims für Zypern und Afghanistan, im ersten Golfkrieg zwischen dem Irak und dem Iran sowie zur Beilegung der Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran.

Der stellvertretende UN-Botschafter der USA, Richard Miller, bekundete sein Mitgefühl, beschränkte sich aber in seiner Erklärung ansonsten auf einen einzigen Satz: «Die Vereinigten Staaten nehmen zur Kenntnis, dass Generalsekretär Waldheim dieser Organisation ein Jahrzehnt lang in einer kritischen Phase ihrer Geschichte gedient hat.» Die USA setzten Waldheim 1987 wegen seiner Vergangenheit als Wehrmachtsoffizier im Zweiten Weltkrieg auf dem Balkan auf die so genannte Watchlist, was einem Einreiseverbot gleichkam. Er wurde von der Liste bis zuletzt nicht gestrichen.

Eine etwas längere Ansprache hielt die stellvertretende britische UN-Botschafterin Karen Pierce im Namen der EU. Sie würdigte unter anderem Waldheims Rolle bei der Verabschiedung der UN-Seerechtskonvention von 1982. Im Namen der asiatischen Staaten erinnerte der UN-Botschafter Singapurs, Vanu Gopala Menon, daran, dass Waldheim auch das Amt des UN-Koordinators für Katastrophenhilfe geschaffen hat.

Der tunesische UN-Botschafter Ali Hachani bezeichnete Waldheim als erfahrenen Staatsmann, dem die Nöte der afrikanischen Völker nicht gleichgültig gewesen seien. Die «aussergewöhnlichen Fähigkeiten» als Diplomat würdigte der mexikanische UN-Botschafter Claude Heller. Von ihm kam die deutlichste Anspielung an Waldheims Vergangenheit in der NS-Zeit: Der Verstorbene habe einer Generation angehört, die eine turbulente Phase der Geschichte erlebt habe.

Der österreichische UN-Botschafter Gerhard Pfanzelter nannte Waldheim «einen herausragenden und bedeutenden Staatsmann», der sein Leben in den Dienst des internationalen Friedens, der Entwicklung und der Freiheit gestellt habe. Bis zum letzten Moment seines Lebens sei Waldheim der Sache der Vereinten Nationen verpflichtet geblieben. (dapd)

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