Wegen Impf-Statement - Unbekannte attackieren Restaurant von Thurgauer Gastro-Chef mit Blut
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Wegen Impf-StatementUnbekannte attackieren Restaurant von Thurgauer Gastro-Chef mit Blut

Aufgehängte Schweinefüsse, ein toter Tintenfisch und viel Blut. Weil er sich für eine Impfpflicht aussprach, wurde Ruedi Bartels Restaurant von Impfgegnern attackiert.

von
Leo Butie
Angela Rosser
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Unbekannte verspritzten die Türe und die Treppe des Restaurants «Gasthaus Krone» am frühen Sonntagmorgen mit Blut. Auf den Stufen liegt ein toter Tintenfisch.

Unbekannte verspritzten die Türe und die Treppe des Restaurants «Gasthaus Krone» am frühen Sonntagmorgen mit Blut. Auf den Stufen liegt ein toter Tintenfisch.

Privat
In einem der Schweinefüsse, die die Vandalen aufgehängt haben, steckt eine Spritze. Eine Anspielung auf die Impfung, die der Gastro-Chef Ruedi Bartel befürwortet.

In einem der Schweinefüsse, die die Vandalen aufgehängt haben, steckt eine Spritze. Eine Anspielung auf die Impfung, die der Gastro-Chef Ruedi Bartel befürwortet.

Privat
Auch die Terrasse und Fenster fand der Gastronom am Sonntag blutverschmiert vor.

Auch die Terrasse und Fenster fand der Gastronom am Sonntag blutverschmiert vor.

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Darum gehts

  • Der Thurgauer Gastro-Chef sprach sich öffentlich für eine Impfpflicht aus.

  • Am frühen Sonntagmorgen attackierten Unbekannte sein Restaurant.

  • Sie verspritzten Blut, hinterliessen abgehackte Schweinefüsse, einen toten Tintenfisch und kritzelten Nazi-Symbole auf den Boden.

  • Der Gastronom Ruedi Bartel steht weiterhin zu seinen Aussagen.

Die Eingangstür blutverschmiert, aufgehängte Schweinefüsse und Nazi-Symbole wie Hakenkreuze – verkehrt herum gemalt – auf dem Trottoir. Auf der blutbespritzten Treppe liegt ein toter Tintenfisch. Dieser Anblick erwartete den Gastro-Chef und SVP-Kantonsrat Ruedi Bartel am Sonntagmorgen in seinem Restaurant, dem «Gasthaus Krone» in Balterswil TG, schreibt der «Blick».

Impfpflicht für alle

Grund für diese Attacke ist Bartels Meinung zur Zertifikatspflicht und seine Stellungnahme dazu im Blick TV vom vergangenen Donnerstag. «Man hätte einfach eine Impfpflicht für alle einführen sollen. Das wäre schlauer gewesen als das Zertifikat», sagte der Gastronom.

Das passte offenbar einigen nicht: «Es war alles verschmiert und verwüstet», sagt Bartel auf Anfrage von 20 Minuten. Ereignet hat sich die Tat in den frühen Morgenstunden. Zu seinem Glück befinde sich ein Putzinstitut gleich nebenan. So konnten das Blut und die Überreste schnell beseitigt werden.

Mir und meiner Familie wurde gedroht

Für die Attacke hat Bartel kein Verständnis. «Argumente darf man haben, aber eine solche Aktion ist inakzeptabel», stellt Bartel fest. «Der darf mir nicht in die Finger kommen.» Mittlerweile können im Restaurant auch schon wieder Gäste bedient werden, allerdings im Innenbereich: «Draussen ist noch einiges von der Schweinerei zu sehen», sagte er zum «Blick».

Die Attacke auf sein Restaurant ist nicht die erste aggressive Reaktion auf die Befürwortung der Impfung sowie des Zertifikats seinerseits: Bereits letzte Woche sei er von einem anonymen Anrufer bedroht worden. Bartel hat am Montag eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

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