Sabotage-Akt im Wallis: Unbekannte leeren Zucker in Tank von Pistenbully

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Sabotage-Akt im WallisUnbekannte leeren Zucker in Tank von Pistenbully

Im Walliser Skigebiet Eischoll haben Unbekannte ein Pistenfahrzeug sabotiert, indem sie Zucker in den Tank schütteten. An einen Bubenstreich glaubt der Pistenchef nicht.

von
sul
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Ein Pistenbully der Sportbahnen Eischoll wurde von Unbekannten beschädigt.

Ein Pistenbully der Sportbahnen Eischoll wurde von Unbekannten beschädigt.

zVg
Diese schütteten grosse Mengen an Zucker in den Tank.

Diese schütteten grosse Mengen an Zucker in den Tank.

Leser-Reporter/zVg
Dadurch war die Dieselzufuhr des Fahrzeugs unterbrochen,...

Dadurch war die Dieselzufuhr des Fahrzeugs unterbrochen,...

zVg

In den letzten Tagen hatten die Sportbahnen Eischoll VS immer wieder grosse Probleme mit der Dieselzufuhr bei einem ihrer Pistenbullys: Das Fahrzeug gab urplötzlich den Geist auf oder liess sich gar nicht erst starten. Mit erheblichem Aufwand und nachdem der Dieseltank ausgebaut wurde, konnte schliesslich der Ursprung des Übels ausgemacht werden: Unbekannte hatten grosse Mengen Zucker in den Tank geschüttet.

Michel Amacker, Mitglied des Verwaltungsrates und verantwortlich für die Pistenfahrzeuge, ist konsterniert: «Um so etwas zu tun, muss man schon krank im Kopf sein.» Der 36-Jährige leitet ein Schreinerei-Unternehmen und arbeitet ehrenamtlich für die Sportbahnen. Unterstützung erhält er von einem Angestellten. Jeden Abend präparieren die Chauffeure während mehrerer Stunden die 15 Pistenkilometer des kleinen Skigebiets. «Wenn man dann noch zusätzlichen Aufwand betreiben muss, nur weil einer Zucker in den Tank leert, gibt einem das zu denken», sagt Amacker.

«Ganz bewusst gehandelt»

Obschon der Tank unterdessen gereinigt und der Motor entlüftet wurde, konnte das Fahrzeug noch nicht wieder in Betrieb genommen werden. Der Pistenchef geht davon aus, dass es in die Werkstatt des Herstellers gebracht werden muss und die entsprechenden Motorenteile ausgewechselt werden. «Das wird uns zwischen 20'000 und 25'000 Franken kosten», schätzt Amacker. Zum finanziellen Aufwand kommt der betriebliche: Statt mit zwei Pistenbullys muss das Skigebiet derzeit mit einem einzigen bewältigt werden. Das bedeutet Überstunden für die Chauffeure.

Wer für die hinterlistige Tat verantwortlich ist, weiss Amacker nicht. «Ich dachte bis anhin, die Sportbahnen hätten keine Feinde – offenbar aber doch.» An einen Bubenstreich glaubt er nicht: Der Pistenbully sei bei der Bergstation einer Sesselliftbahn auf über 1550 Metern parkiert gewesen. Mit dem Auto komme man da nicht hin. «Da hat jemand ganz bewusst gehandelt», ist Amacker überzeugt. Die Sportbahnen haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

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