Konflikt um Herdenschutz: Unbekannte schlagen Hunden die Zähne aus

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Konflikt um HerdenschutzUnbekannte schlagen Hunden die Zähne aus

In der Berner Gemeinde Rüeggisberg tobt ein Streit wegen Herdenschutzhunden. Nun werden sogar Tiere misshandelt.

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jen
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Maremmano-Abruzzese-Herdenschutzhunde sorgen in der Berner Gemeinde Rüeggisberg für Zündstoff.

Maremmano-Abruzzese-Herdenschutzhunde sorgen in der Berner Gemeinde Rüeggisberg für Zündstoff.

Wikipedia/Karina Leo-Steffen
Die Dorfbewohner werfen dem Schafbauern Ueli Pfister vor, seine Hunde würden herumstreunen und hätten auch schon geschnappt.

Die Dorfbewohner werfen dem Schafbauern Ueli Pfister vor, seine Hunde würden herumstreunen und hätten auch schon geschnappt.

Wikipedia/Badener
In Rüeggisberg sei es aber zur Eskalationen gekommen. «Die Hunde werden wahrscheinlich immer wieder entlang des Wanderwegs unnötig provoziert, geschlagen und mit Steinen beworfen. Einigen wurden sogar die Eckzähne ausgeschlagen», sagt Reinhard Schnidrig, Leiter der Sektion Wildtiere und Waldbiodiversität beim Bundesamt für Umwelt (Bafu).

In Rüeggisberg sei es aber zur Eskalationen gekommen. «Die Hunde werden wahrscheinlich immer wieder entlang des Wanderwegs unnötig provoziert, geschlagen und mit Steinen beworfen. Einigen wurden sogar die Eckzähne ausgeschlagen», sagt Reinhard Schnidrig, Leiter der Sektion Wildtiere und Waldbiodiversität beim Bundesamt für Umwelt (Bafu).

Wikipedia/Sl-Ziga

Zwischen einigen Dorfbewohnern von Rüeggisberg BE und dem Schafbauer Ueli Pfister kommt es immer wieder zu Konflikten, wie die «Berner Zeitung» schreibt. Grund dafür sind Pfisters Maremmano-Abruzzese-Herdenschutzhunde.

Die Dorfbewohner werfen dem Bauern vor, seine Hunde würden herumstreunen und hätten auch schon nach ihnen geschnappt. Pfister habe reagiert und den Wanderweg, der über sein Grundstück verläuft, mit einem Zaun gesichert. Ab und an seien die Hunde trotzdem ausgebüxt. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) veranlasste darauf eine Untersuchung des Raumverhaltens der Herdenschutzhunde mit GPS-Halsbandsendern, wie die «Berner Zeitung» weiter schreibt.

«Hunde sind nicht aggressiv»

Es sei herausgekommen, dass die Herdenschutzhunde standorttreu seien und dass sie das Grundstück nur selten und kurz verlassen würden. Reinhard Schnidrig, Leiter der Sektion Wildtiere und Waldbiodiversität beim Bafu, kennt die Situation und sagt zur Zeitung, dass die Hunde weder aggressiv seien noch herumstreunten.

Bei Problemen zwischen Mensch und Tier seien oft beide Seiten beteiligt. In Rüeggisberg sei es aber zur Eskalationen gekommen. Die Hunde würden wahrscheinlich immer wieder entlang des Wanderwegs unnötig provoziert, geschlagen und mit Steinen beworfen. Einigen seien sogar die Eckzähne ausgeschlagen worden, so Schnidrig. Er setzt sich dafür ein, dass die Vorkommnisse untersucht werden. Das würde Überraschendes zutage fördern.

Die Probleme in der Berner Gemeinde halten seit fünf Jahren an. Gemeindepräsidentin Therese Ryser sagt, dass Lösungen zweimal an runden Tischen diskutiert worden seien. Im Frühling 2018 sollen Massnahmen ergriffen werden. Welche das konkret sind, möchte Ryser nicht sagen, weil es sich um ein laufendes Verfahren handle.

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