Tierische Schicksale  – Unbekannte schossen mit Schrot auf Steinadler und Bartgeier verunfallte 
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Tierische Schicksale Unbekannte schossen mit Schrot auf Steinadler und Bartgeier verunfallte

Zwei gefiederte Sorgenkinder befinden sich auf der Pflegestation des Tierparks Goldau. Ein Steinadler wurde angeschossen und ein Bartgeier verunfallte schwer. Wie ihr Leben weitergeht, ist noch unklar.

von
Daniela Gigor
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Bartgeier Donna Elvira nach dem sogenannten Rückfang.  

Bartgeier Donna Elvira nach dem sogenannten Rückfang.

Franz Röthlin 
Wildhüter Franz Röthlin mit der geborgenen Donna Elvira in schwierigem Gelände

Wildhüter Franz Röthlin mit der geborgenen Donna Elvira in schwierigem Gelände

Daniel Burch  
Um Donna Elvira möglichst schnell zu bergen und in die Tierklinik zu bringen, kam auch ein Quad zum Einsatz.

Um Donna Elvira möglichst schnell zu bergen und in die Tierklinik zu bringen, kam auch ein Quad zum Einsatz.

Daniel Burch

Darum gehts

  • Wegen unterschiedlichen Schicksalen und Verletzungen sind zwei Wildvögel in der Pflegestation des Tierparks Goldau untergebracht.

  • Die Bartgeier-Dame Donna Elvira erlitt Knochenbrüche, als sie mit einem Transportkabel kollidierte.

  • Der geschützte Steinadler wurde nach einem Beschuss mit Schrot im Kanton Uri aufgefunden.

  • Den Tieren geht es den Umständen entsprechend gut und sie fressen auch.

Im Bereich Rynächtflue in Schattdorf UR lag Anfang Dezember ein Steinadler verletzt am Boden, wie die Kantonspolizei Uri am Donnerstag mitteilte. Ein Wildhüter hat das Tier geborgen und zur Untersuchung in die Pflegestation des Tierparks Goldau gebracht. «Dabei stellte man fest, dass die Verletzung des Steinadlers von einem Schrotbeschuss stammte», heisst es in der Mitteilung.

In der Pflegestation wurde der Flügel des Greifvogels stabilisiert, damit die Knochenbrüche heilen können. Der Adler bleibt bis auf weiteres in der Pflegestation. «Er wird total etwa zwei Monate lang bei uns bleiben», sagt Tierarzt Martin Wehrle auf Anfrage. Verläuft der Heilungsprozess zufriedenstellend, ist eine Auswilderung wieder möglich. Dies ist momentan aber noch nicht absehbar.

Dank Satellitensender wurde Donna Elvira rasch geortet

Auch die Bartgeier-Dame Donna Elvira muss mit einer schweren Verletzung in Goldau behandelt werden. Sie kollidierte kürzlich im Kanton Obwalden mit einem Transportkabel, wie die Stiftung Pro Bartgeier am Donnerstag mitteilte. Dank des Satellitensenders konnte das verletzte Tier schnell geortet werden und die alarmierte Wildhut konnte sie bergen. Sie wird nun wegen mehreren erlittenen Knochenbrüchen behandelt.

«Sie fressen und es geht beiden Vögeln den Umständen entsprechend gut», sagt Wehrle weiter. Die Prognose für den Bartgeier ist aber schlecht. Eine Auswilderung wird kaum mehr möglich sein. Wehrle: «Falls dies der Fall sein wird, kann sie vermutlich in ein Zuchtprogramm aufgenommen werden.»

Unbekannte haben auf den geschützten Steinadler geschossen

Unklar ist hingegen noch, was mit dem Steinadler passieren wird, wenn er nicht mehr in die Freiheit entlassen werden kann. Bleibt der Adler flugunfähig, müsste er laut Wehrle erlöst werden. Er erklärt die Gründe: «Die beiden Vögel kann man nicht vergleichen. Der Steinadler ist in der Natur aufgewachsen und es gibt auch keine Zuchtprogramme für Adler.» Das letzte Wort über das Schicksal des Greifvogels hat die zuständige Jagdverwaltung.

Wer auf den geschützten Steinadler geschossen hat, ist unklar. Ebenfalls weiss man nicht, wo das Tier angeschossen wurde. Laut dem Urner Jagdverwalter Josef Walker sei der Vorfall ein Novum: «In den letzten 15 Jahren haben wir keine Kenntnisse von ähnlichen Fällen.» Laut Sonja Aschwanden, Mediensprecherin der Kantonspolizei Uri könnte der Ort des Abschusses «aufgrund der Flugfähigkeit des Adlers in einem sehr grossen Umkreis zum Fundort liegen. Durch die aufgenommenen Ermittlungen möchte die Polizei sämtliche Mittel ausschöpfen und darum wird nun auch die Bevölkerung um Mithilfe gebeten.»

Personen, die Hinweise zum beschossenen Steinadler oder zu den Umständen des Abschusses machen können, werden gebeten, sich umgehend bei der Kantonspolizei Uri, Telefon 041 874 53 53, zu melden.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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